Wege der Ganzwerdung

Reiki-Ferneinweihungen und Online-Kurse in den Zeiten von Corona

Regenbogen - Urheber: xacemi

Während Corona grassiert, bieten manche Reiki-Lehrer zunehmend Fern-Einweihungen an, während sich Reiki-Vereine von dieser Praxis distanzieren. Ein Kommentar zu dieser Entwicklung.

Grundsätzlich schätze ich Präsenzseminare und bin kein Freund von Ferneinweihungen. Letzteres hat verschiedene Gründe. Anbieter wirkten oftmals halbseiden, boten hunderte von hanebüchenen Reiki-Systemen mit tausenden Symbolen für kleines Geld via eBay an: Eine Überweisung, ein paar Mails mit zusammen kopierten Scripten im Anhang und der Zeitpunkt einer Ferneinweihung. Fertig. Verantwortung für ihre Schüler? In der Regel Fehlanzeige. Die Kunden wiederum erweckten bis auf wenige Ausnahmen den Eindruck einer Mentalität von „Gib’s mir bequem, einfach und billig“ sowie der fehlenden Bereitschaft, sich auf ein System wirklich einzulassen. Reine Online-Absolventen erkannte man in Diskussionen schnell an ihrem mangelhaften Wissen. Kurz: Ich hielt Ferneinweihungen für technisch möglich, die Qualität der angebotenen Kurse aber für gering und den Verlust der persönlichen Begegnung für ein großes Manko.

Irgendwann wurde bekannt, dass auch Hawayo Takata zumindest in einem bestätigten Fall Ferneinweihungen gegeben hat. Weil es nicht möglich war, ihrer Schülerin physisch zu begegnen. Eine individuelle Ausnahmesituation.

Wenn es seitdem jemals eine massive, weltweite Ausnahmesituation gegeben hat, dann in den heutigen Zeiten von Corona mit ihren Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Einweihungen durch direkte Präsenz sind damit praktisch unmöglich geworden. Dazu kommt bei denen, die von ihrer Seminartätigkeit leben, eine existenzbedrohende Situation aufgrund monatelanger Verdienstausfälle. Niemals wären also Fernkurse in Reiki gerechtfertigter als in der jetzigen Zeit.

Die deutschen Reiki-Vereine RVD und ProReiki sehen dies anders. Beide drohen Mitgliedern, die Ferneinweihungen durchführen, mit dem Ausschluss. Wenn also Hawayo Takata heute noch leben und lehren würde und Mitglied dieser Verbände wäre, müsste eine der wichtigsten Personen der Reiki-Geschichte mit einem Ausschlussverfahren rechnen. Klingt absurd, oder?

Diese Rigidität der deutschen Verbände ist für mich ein Zeichen für zwei Dinge. Zum einen, dass Vereine meist besonders konservativ denken. Zum zweiten, dass sie oftmals gerade nicht von denen geleitet werden, die sie repräsentieren wollen – wenn es also im Vorstand eines „Berufsverbandes“ ausgerechnet an Menschen mangelt, die hauptberuflich von Reiki-Kursen leben. Wer als Angestellter, durch Rente oder Lebenspartner sicher und versorgt ist, dem fehlt oft ein Verständnis für die Lebenswirklichkeit von Selbständigen ebenso wie vielleicht intensive Reiki-Erfahrungen durch viele Kurse und SchülerInnen. Eine differenzierte und flexible Handhabung geht den aktuellen Verlautbarungen jedenfalls völlig ab.

Wie jeder wissen sollte, ist die Tatsache, dass ein Reiki-Kurs als Präsenzveranstaltung stattfindet, kein Garant für Qualität. Es gibt einfach viele schlecht ausgebildete Reiki-Meister mit geringem Wissen, falschen Symbolen oder fehlender Lehrkompetenz. Wo Usui immer noch ein christlicher Mönch ist, die Lebensregeln keine Rolle spielen, das Meistersymbol zu einem Schimpfwort verunstaltet wurde oder im Kurs dröge von einem fertigen Script abgelesen wird.

Der Umkehrschluss bedeutet: Nur weil ein Reiki-Kurs online stattfindet, muss er nicht schlecht sein. Wenn mir ein erfahrener Reiki-Lehrer mitteilen würde, dass er nun Ferneinweihungen gibt, dass die Online-Kurse hochwertig ablaufen mit den modernen Möglichkeiten von Video-Chats, fundierter Wissensübertragung und der Möglichkeit, dass die Schüler nach Corona den Kurs samt Einweihungen in einem Präsenzseminar kostenfrei nachholen könnten – würde ich dann den Untergang der Reiki-Welt gekommen sehen? Sicher nicht.

Klar ist allerdings: Wenn Reiki-Kurse nun auch online erfolgreich praktiziert werden, kann man dann nach Corona wieder einfach den Deckel zu machen? Außerhalb der Reiki-Szene lernen gerade viele Unternehmen und Arbeitnehmer, welche Vorteile Online-Vernetzungen über Video-Konferenzen etc. bringen können. Manches wird sich etablieren, lang gehegtes „das haben wir schon immer so gemacht“ wird sich verändern. Insofern:

Die Reiki-Welt wird nach Corona eine andere sein als davor.

Weiterführende Links

Im Reikiland-Forum gibt es seit 2001 immer wieder Diskussionen dazu:

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Frank Doerr

Veröffentlicht von

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Von 1994 bis 2009 Mitarbeiter beim Reiki-Festival. 1996 im Gründungsteam des Reiki Magazins, seitdem Redaktionsmitglied bzw. freier Mitarbeiter. Seit 1999 Chefredakteur von Reiki-land.de. Veranstalter der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin's Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Offene Stellungnahme einer jungen Reiki-Studierenden an die Reiki-Commmunity Deutschland, an die Reiki-Vereine und alle Reiki-Fans – ein Beitrag von Eileen Wiesmann

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    “Wenn man neu ist, hält man sich zurück” – diesen Satz habe ich häufig gehört und auch beherzigt. Als ich vor einigen Monaten begann, den Reiki-Weg zu gehen, hatte ich nicht vor, mich in Streitigkeiten in der Szene einzumischen. Ich wollte mich spirituell weiterentwickeln, die Wiederherstellung meiner Gesundheit fördern und anderen Menschen helfen. Doch nun hat es sich ergeben, dass Zurückhaltung im Hinblick auf die aktuelle Debatte zu Online-Seminaren in der Corona-Zeit meiner Meinung nach auch bei einem Neuling nicht mehr angebracht ist.

    Durch alle Berufssparten hindurch findet eine Digitalisierung statt. Dieser Prozess war bereits vor der Corona-Krise gesellschaftlich von höchster Bedeutung, doch nun ist er dringlich und existentiell notwendig, damit so viele Menschen wie möglich auch jetzt ihrer Arbeit nachgehen können. Online-Angebote für Reiki hatten bisher einen schlechten Ruf, da sie häufig von unseriösen Anbietern stammten, die Einweihungen in manchen Fällen keine Wirkung zeigten und die Anwärterinnen und Anwärter oft keinerlei Ausbildung erhielten. Davon abgesehen ist freilich persönlicher Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden in einer Gesellschaft der Vereinzelung gerade im Bereich Spiritualität besonders wertvoll.

    Nun sind durch das Kontaktverbot und die Abstandsregelung im Zuge der Corona-Krise keine Reiki-Anwendungen in persönlicher Anwesenheit und auch keine Live-Reiki-Seminare mehr möglich, und das für unbestimmte Zeit. Das führte teilweise auch bei Größen der Reiki-Szene zu einem Umdenken hinsichtlich Online-Reiki-Angeboten. Ich hätte erwartet, dass konstruktive Lösungen für die Zeit der Corona-Krise öffentlich in Reiki-Vereinen und zwischen Reiki-Meisterinnen und Reiki-Meistern diskutiert und erarbeitet werden. Dies war und ist aber hinsichtlich von Reiki-Seminaren nicht der Fall und – auf sich allein gestellt – wurden individuelle Lösungen wie Online-Seminare gefunden. Meiner bescheidenen Meinung nach ist die wichtigste Aufgabe von Vereinen, die nach einer Anerkennung als Berufsverbände streben, die Förderung und Unterstützung der Mitglieder bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit. In der aktuellen Lage ist gerade Reiki für alle Menschen unendlich wertvoll, wie uns Justin B. Stein in seinem Beitrag über das Leben von Hawayo Takata anschaulich vor Augen geführt hat.

    Online-Seminare für Reiki sind für Mitglieder der Reiki-Vereine in Deutschland im Prinzip nicht möglich, da Ferneinweihungen in deren Vorgaben untersagt sind. Fernanwendungen für Klientinnen und Klienten sind erlaubt. Reiki-Praktizierende können also ihrer Tätigkeit weiter nachgehen, freilich eingeschränkt, Reiki-Lehrende aber müssen laut der Vereine ihren Seminarbetrieb stilllegen und staatliche Hilfen beantragen. Dies bedeutet, dass Reiki gerade in einer großen Krise in den Augen der Reiki-Vereine nicht weitergegeben werden darf! Die Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit Reiki-Seminaren verdienen, stehen im schlimmsten Fall vor dem existentiellen Nichts, was dazu führen kann, dass es auch nach der Krise keine Seminare und Ausbildungen auf so hohem Niveau mehr geben wird wie bisher. In ihrer Linie bleiben die Vereine hart und verwarnen ihre Mitglieder, die auf Online-Seminare ausweichen, aufs Schärfste. Sieht es nur in meinen Augen so aus, als ob die Reiki-Vereine ihre Mitglieder bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit hier enorm behindern anstatt fördern?

    Meiner Meinung nach besteht ein großer Unterschied zwischen einem Online-Angebot eines dubiosen Anbieters und dem eines Reiki-Meisters mit akademischem Hintergrund, der seit Jahrezehnten für seine Forschungen zu Reiki und dem hohen Niveau seiner Ausbildungen und Seminare bekannt ist. Das scheinen jedoch einige Vertreter der Reiki-Szene anders zu sehen. Obwohl man sich gut kennt, werden die im Zuge der Corona-Krise erarbeiteten Online-Angebote bekannter Reiki-Forscher einfach in die gleiche Schmuddelecke geschoben wie eBay-Versteigerungen von Reiki-Graden und die gleichen Argumente dagegen vorgebracht. Es findet wenig konstruktiver Austausch zu diesem Thema statt, bis auf wenige direkte Angriffe wird vor allem “hinter dem Rücken” des Betreffenden gelästert. Ich dachte, ich würde in der Reiki-Szene Vorbilder über Vorbilder finden. Teilweise ist das auch zutreffend, ich habe sehr freundliche und inspirierende Persönlichkeiten in den letzten Monaten kennenlernen dürfen. Das Niveau der Äußerungen zu diesem hier angesprochenen Thema ist für mich jedoch teilweise schockierend. Ich habe lange überlegt, inwieweit ich darauf eingehen möchte. Denn ich denke, dass die meisten der entsprechenden Personen älter sind als ich und von daher ist wohl kaum angemessen, wenn ich über Anstand referiere. Auch die Lebensregeln des Usui Mikao kennen alle viel länger als ich. Daher möchte ich nur kurz anmerken, dass diese Diskussionen meiner Ansicht nach zum Teil von Partikularinteressen und persönlichen Animositäten durchdrungen sind. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, da ich es als schlimm genug empfinde, dass sich einige erwachsene Vertreter einer spirituellen Methode in meinen Augen öffentlich selbst demütigen und es mir zudem fern liegt, Personen anzugreifen und mich damit auf ein niederes Niveau zu begeben. Mein größter Respekt gilt denen, die geduldig weiterhin versuchen, Sachlichkeit in diese Diskussionen hineinzutragen und mäßigend wirken.

    Da ich bei einem dieser Reiki-Seminare dabei war, die bisher live stattgefunden haben und nun auf online umgestellt wurden, folgt ein kurzer Erfahrungsbericht meinerseits: Die Vorbereitungen sind extrem aufwendig, in die Technik muss man sich zunächst einmal einarbeiten. Jemand, der unprofessionell arbeitet, macht sich eine solche Mühe nicht. Online-Seminare bedeuten Überstunden, da die Technik auf-, um- und abgebaut werden muss. Aufgrund der heutigen Kommunikationsmöglichkeiten ist auch ein Online-Seminar ein Gemeinschaftserlebnis. Man kann sich sehen, hören und austauschen. Die Teilnehmenden üben, der Lehrende erklärt, führt die Inhalte vor und korrigiert. Wir hatten Frage- und Feedbackrunden und der Lehrende stand auch nach dem Seminar für die Anliegen der Teilnehmenden bereit und holte sich seinerseits immer wieder Feedback ein. Das faszinierendste Erlebnis war das Feedback einer Teilnehmerin, die nach einer Einweihung von einem Duft berichtete, den sie wahrnahm. Die Beschreibung passte zu dem Räucherstäbchen im Einweihungsraum, das sie definitiv nicht sehen konnte. Ihre Wortwahl und die Charakterisierung des Duftes auf der Packung stimmten überein. Weder in diesem noch im letzten Online-Seminar gab es unzufriedene Teilnehmer. Alle waren begeistert und dankbar, dass die Seminare weiterhin stattfinden können.

    Ein Argument, das gegen die Online-Seminare vorgebracht wird, ist, dass der idealistische Aspekt nur vorgeschoben sei. Wenn dem wirklich so wäre, warum gibt es diese Angebote dann erst seit der Corona-Krise? Wieso gibt es Ratenzahlungen, die es jedem ermöglichen, diese Seminare zu besuchen? Eine Teilnehmerin war bei den letzten Live-Seminaren dabei und beschloss, Reiki zu lernen, da sie dringend etwas für sich und ihr Wohlbefinden tun möchte. Sie begrüßte das Angebot gleich zu Beginn und war froh, dass sie nicht Monate warten muss. Diese Zeit hat nicht jeder, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich lernte während einer schweren Erkrankung den 1. und 2. Grad Shingon Reiki im Privat-Training, weil ich nicht sechs Wochen warten konnte, bis das entsprechende Seminar angeboten wurde. Wie kommt es dazu, dass Reiki-Seminare in der aktuellen Debatte von den Reiki-Vereinen und einigen Mitgliedern als entbehrlich für die Zeit der Corona-Krise angesehen werden? Eine mögliche haben Antwort wichtige Vertreter der Reiki-Szene vorgebracht, die sich ehemals in den Vereinen engagiert haben: Der Großteil der Vereinsmitglieder verdient seinen Lebensunterhalt nicht mit Reiki. Daher fehlt wohl das Verständnis und Einfühlungsvermögen für Menschen, die Reiki als ihre Berufung ansehen und zu ihrem Beruf gemacht haben. Es ist anscheinend schwer vorstellbar, dass in der Corona-Krise Anfragen aus der ganzen Welt kommen, weil Menschen unbedingt Reiki lernen möchten. Doch wie sollen solche Vereine dann Berufsverbände werden und die Interessen derer vertreten, die Reiki ihr Leben widmen?

    Ich sehe nicht, warum Online-Seminare verwerflich sein sollen, wenn das gleiche Niveau wie in einem Live-Seminar geboten wird. Fernanwendungen sind möglich, warum dann nicht auch Ferneinweihungen? Es ist für mich nachvollziehbar, wenn es hierfür Auflagen gibt. Aber bei jemandem, der seit Jahrzehnten Seminare gibt, hunderte von Live-Einweihungen durchgeführt sowie das erste Reiki-Buch geschrieben hat, das in einem medizinischen Fachverlag erschienen ist … sehr verehrte Damen und Herren, welche Qualifikation wünschen sie sich für Ferneinweihungen? Sehr geehrte Verantwortliche der Reiki-Vereine, wollen sie wirklich ihre Vorgaben nicht zeitgemäß umgestalten und die neuen Online-Seminare als Anregung sehen? Wollen Sie stattdessen lieber ein Mitglied rauswerfen, von dem sie nicht gerade wenig profitiert haben, was zum Beispiel daran ersichtlich ist, dass ein Verein dessen Kalligrafien nutzt?

    Meiner Ansicht nach ist es ein Luxus, dass wir uns in der aktuellen Situation eine solche Debatte über Vereinsvorgaben überhaupt leisten können.

  2. Frank, danke für diese einfühlenden Worte. Ich habe schon nach Formulierungen gerungen. Du hast es getroffen. Aber sicher ist es ein Thema das wir in Ruhe besprechen sollten. Vielleicht nicht alle, denn ich habe über die Jahre auch feststellen müssen das es keinen Zweck hat sich mit nicht Selbstständigen ect. über Bruto Neto und Finanzamt zu unterhalten.

    • Während die Einweihungen werden Handlungen verrichted die nicht über Internet möglich sind. Fûr mich bedeutet es, dass “Fereinweihungen” nicht möglich sind.
      Ich weiss das Hawayo Takata ein mal eine Ferneinweihung gegeben hat, und danach nie wieder so weit wir wissen.
      Hat sie erfahren das es icht wirkt, nicht angemessen war oder was dann auch!
      Wir können nicht sagen weil sie einmal (vielleicht ein Experiment, so wie wir Alle mal experimentieren) das gemacht hat es deshalb sein soll.

      Natürlich fûr Fulltime Reiki Meistern ein Problem in dieser Zeit, aber wir sind nicht Alleine mit diesem Problem in der Welt.

      (Können Trojaner un Virussen mit übertrsgen worden mit Internet Einweihungen?).

      Liebe Grüsse, Fokke.

  3. Kritik an Ferneinweihungen

    In der letzten Zeit bin ich bei den Reiki-Vereinen und einigen Reiki-Kollegen wegen Ferneinweihungen ziemlich in die Kritik gekommen. Das hängt damit zusammen, dass ich im Zuge der Corona-Krise begonnen habe, Online-Seminare inklusive der Einweihungen in die Reiki-Kraft anzubieten.

    Etwa zehn Tage vor dem Shutdown am 16. März kontaktierte mich ein Freund und erklärte mir, dass ich mir alsbald eine Lösung überlegen sollte, wie ich meine Seminare online gebe, weil in Deutschland voraussichtlich das gleiche passieren wird wie in Italien und anderen Ländern. Obwohl ich regelmäßig die Nachrichten verfolgte, konnte ich mir das zunächst nicht vorstellen. Für so schlimm habe ich es in Deutschland nun doch nicht gehalten gehabt. Dieser Freund bot mir an, mit mir verschiedene Plattformen der digitalen Videoübertragung und des Videochat auszuprobieren. Dieses habe ich dann angenommen.

    Genauso wie dieser Freund es ankündigte, kam es in Deutschland zu dem Shutdown. Nun war ich inzwischen gewappnet und konnte einige Seminare online geben. Was meine Seminare und Veranstaltungen anbelangt, so plane ich diese ein Jahr im voraus. Das hängt damit zusammen, dass ich mehrere Ausbildungen im spirituellen Bereich anbiete und die Studierenden zwecks Urlaubsplanung und dergleichen lange im voraus wissen müssen, wann die Seminare stattfinden werden. Deswegen ist es schwierig, die Seminare einfach abzusagen. Und die Möglichkeit, dass man diese online darstellen kann, ist die ideale Lösung in dieser Situation.

    So gab ich dann ab Mitte März meine ersten Online-Kurse. Das waren die Seminare zu den Themen pendeln und Tarot-Karten legen. Ich habe mir genau überlegt, wie ich das umsetzen kann, dass die Studierenden die Inhalte wirklich gut verinnerlichen können und ich diese natürlich auch fachgerecht rüberbringen kann, obwohl die Teilnehmer nicht live vor Ort sind. Ich denke, dass mir dies gut gelungen ist.

    Onlinekurs im Tarot-Kartenlegen

    Zum einen habe ich den Studierenden einiges erklärt und daher eine Kamera direkt auf mich gerichtet. Auch konnte ich in diesem Video-chat-room von Google-Hangouts die Teilnehmer sehen. Wenn ein Teilnehmer etwas sagt, wird sein Bild automatisch groß eingeblendet. So konnten wir sehr gut kommunizieren. Eine zweite Kamera habe ich auf den Tisch mit den Tarot-Karten gerichtet, so dass alles was ich sehe, mit den Karten auch die Studierenden sehen können. Zwischendurch war es ganz einfach möglich, Pausen zu machen und sich wieder im Chatroom zu treffen. Nicht nur ich sondern auch die Studierenden waren ganz angetan davon, wie gut das ganze lief. Von der Seminarmappe habe ich vorher ein PDF erstellt und dieses den Studierenden vor Seminarbeginn zur Verfügung gestellt. Einige haben sich das dann schon vorher selber ausdrucken können.

    Wirbelsäulen Reiki als Onlinekurs

    In der Woche darauf ging es dann darum, erstmalig ein Reiki-Seminar online zu geben. Das Wirbelsäulen Reiki ist ein Shingon Reiki Seminar aus der Shingon Reiki-Meister Praktiker Ausbildung. An dem Wirbelsäulen Reiki kann jeder teilnehmen, wer mindestens den zweiten Grad im Usui Reiki absolviert hat. Somit ist dieses Seminar sowohl für die Ausbildungs-Studenten als auch für jeden geöffnet, der sich in der Reiki Heilmethode fortbilden will. Sowohl die Ausbildungs-Teilnehmer als auch die Neulinge, die bisher noch nie bei mir gelernt haben, waren glücklich über das Angebot in der Corona Krise, das Seminar online genießen zu können. Es waren auch Teilnehmer aus den Reiki-Vereinen dabei. Besonders gespannt war ich auf die buddhistische Einweihung in das Mantra und Symbol des Wirbelsäulen Reiki, um mit der Kraft des Herz-Sutras regulierend auf die Themen des Klienten einwirken zu können. Ich habe mir vorher genauestens überlegt, wie ich das mache. Dies war mein großer Testlauf, an dem ich prüfen konnte, wie gut das ganze funktioniert. Eine buddhistische Einweihung ist keine Reiki-Einweihung. Das heißt hier wird entgegen der Erwartung vieler Fernkontakt aufgebaut. Das Ergebnis war wunderbar. Jeder konnte mit den neuen Möglichkeiten zu seiner höchsten Zufriedenheit das Wirbelsäulen Reiki erlernen und anwenden.

    Warum ich mir sicher bin, dass eine Einweihung in einem Chatroom mit den Teilnehmern funktioniert

    Vor über zehn Jahren kam eine Frau mit MS zu mir. Sie hatte viele Probleme, sich zu bewegen und war zwischendurch auch im Rollstuhl. Im Rahmen ihrer Reiki-Meister Ausbildung beleuchteten wir die spirituellen Ursachen und sie lernte sich selbst zu regulieren. Das führte dazu, dass sie ein ganz normales Leben führen konnte. Eines Tages rief sie mich jedoch an und erklärte mir, dass sie einen Rückfall hatte. Sie war wieder im Rollstuhl und ganz verzweifelt. Ich meinte zu ihr, dass wir am besten über Skype weiter sprechen. Sie erwiderte jedoch, dass das nicht gehen würde, weil Ihr Computer in der oberen Etage sei und sie da nicht hin könne. Ich meinte zu ihr, dass sie doch ihren Mann bitten könnte, dass der sie nach oben trägt und wir dann doch über Skype sprechen können. So haben wir es dann gehandhabt und wir konnten uns über Skype sehen und hören. 

    Irgendwie war ich über die Situation wütend und gleichzeitig traurig, da sie diesen Rückfall hatte. Ich wollte einfach nur, dass sie wieder gesund wird. Dann hatte ich die Idee, hier über dieses Medium hier Reiki und Schamanismus anwenden zu können. Ich berührte den Monitor mit meinen Händen und Fingern genau dort, wo ich sie gesehen habe und wo ich es für wichtig hielt, die Hände aufzulegen. Nach einer Weile hatte ich den Eindruck, dass es gut ist. Das erkenne ich daran, dass die Intensität des Reiki-Kraftflusses nachlässt. Dadurch weiß ich, dass die Selbstheilungskräfte des Empfängers aktiviert wurden. Ich sagte ihr: “Stehe jetzt auf, gehe zu deinem Mann die Treppe herunter und umarme ihn.” Sie erwiderte jedoch: “Das kann ich doch nicht, ich kann doch nicht laufen.” Daraufhin sagte ich ihr mit etwas strenger, deutlicher aber immer noch freundlicher Stimme: “Du stehst jetzt sofort auf und gehst die Treppe runter. Und dann umarmst du Deinen Mann.” Und genau das tat sie auch. Sie ist aufgestanden, die Treppe runter gegangen und hat ihren Mann umarmt. Seitdem hat sie keinen Rückfall mehr. Und aufgrund dieser guten Erfahrung weiß ich, dass der Raum zwischen zwei Menschen keine Trennung bedeutet. Der Raum ist das, was uns verbindet. Wir sind mit Reiki frei von Raum und auch von Zeit. Und daher war ich mir ganz sicher, dass das auch mit den Einweihungen funktionieren könnte. Es ist also nicht einfach nur eine Ferneinweihung, wie das manche Leute vermuten. Die Studierenden sind mit mir in einem Raum, auch wenn wir nicht auf der materiellen Ebene den gleichen Raum teilen. Das mag etwas verwirrend klingen, doch ist es sinnvoll das einfach mal auszuprobieren.

    Der Shingon Reiki 1. Grad als Online-Seminar

    An einem der folgenden Wochenenden folgte nun der 1. Grad im Shingon Reiki. Ich habe mich richtig darauf gefreut und war guter Dinge, weil das mit den anderen Seminaren so gut geklappt hatte. Wie bei den anderen Seminaren zuvor auch gab ich die Veranstaltung auf meiner Website und in den sozialen Medien bekannt. Doch dann passierte etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Einige Reiki-Kollegen und die deutschen Reiki-Vereine begannen insbesondere auf Facebook, sich über dieses Angebot aufzuregen. Auf meiner eigenen Facebook-Seite wurde ich in den Kommentaren der Seminarankündigung angeschrieben und kritisiert. Ich erklärte dort meinen Standpunkt und dachte zunächst, dass es sich hier vielleicht um eine einzelne Person handeln würde. Weit gefehlt, auf anderen Facebook-Seiten und später auch auf den Seiten der Reiki Verbände wurde aus meiner Perspektive und meinem Gefühl nach nicht nur darüber diskutiert, sondern auch angefangen, all diejenigen auszugrenzen und als schlechtere Menschen darzustellen als alle anderen. Es wurden zwar keine Namen genannt, aber ich habe mich da sehr wohl angesprochen gefühlt, da teilweise wortwörtlich meine Wortwahl übernommen wurde und meine Person dahingehend beschrieben wurde, als das mein Reiki-Stil charakterisiert sei, dass ich zertifiziert sei und einiges mehr. Es wurde gefordert, dass mir sowohl die Zertifizierung als auch die Charakterisierung wieder abgenommen werden soll und dass ich aus den Vereinen ausgeschlossen gehöre. Auf einigen Facebook-Seiten wurde ich aufgefordert, die Vereine zu verlassen.

    Warum ich es für sinnvoll halte, Online-Kurse zu geben

    Wie oben schon erwähnt, habe ich im Zuge der Corona Krise begonnen, Online-Kurse anzubieten. Beruflich bin ich darauf spezialisiert spirituelle Seminare zu geben. Der wichtigste Bereich dabei ist die Reiki Heilmethode. Reiki-Seminare ohne Einweihungen gehen nur dann, wenn die Teilnehmenden bereits Reiki gelernt haben und darin eingeweiht sind. Alle Neulinge können ohne die Einweihung kein Reiki erlernen.

    Ich praktiziere seit nahezu 30 Jahren an mir und an anderen Reiki. Ich habe wirklich zahlreiche Erfahrungen im Umgang mit dieser Methode. Und das was ich live vor Ort kann, das kann ich auch online darstellen. Man muss in einigen Bereichen umdenken und so ist es möglich, den Studierenden eine erstklassige Ausbildung zu geben. Der einzige Nachteil in einem Online-Seminar besteht darin, dass man sich nicht gegenseitig die Hände auflegen kann. Dies ist zurzeit aber sowieso nicht erlaubt, weil man sonst nicht den Abstand von 1,5 m zum Partner halten kann. Es gibt also die Wahl zwischen OnlineSeminaren oder keine Seminare zu geben. Keine Seminare ist weder für mich noch für meine Studenten noch für diejenigen die Reiki lernen wollen eine Lösung.

    Um nun zu gewährleisten, das insbesondere die Anfänger in der Reiki Heilmethode auch das Handauflegen an einem Partner üben können, habe ich das Angebot gemacht, dass jeder Teilnehmer in dem Online-Seminar das gleichnamige Seminar live vor Ort nach dem Ende der Corona Krise kostenlos wiederholen kann. Meiner Ansicht nach ist das mehr als ein entgegenkommendes Angebot. Darüber habe ich mich auch mit zwei namenhaften Reiki Meistern aus Deutschland, die maßgeblich an der Verbreitung und Reputation von Reiki beteiligt sind, gesprochen und sie waren beide der Meinung, dass dies eine gute Lösung sei.

    Zu meiner positiven Überraschung gab es dann auch einige Neuanmeldungen. Diese kamen nicht nur hier aus der Umgebung sondern sowohl aus Europa als auch aus anderen Kontinenten. Ich wurde unter anderem auch angeschrieben, wann ich das auf Englisch anbieten werde. Eine Interessentin kam aus Indien und erklärte mir, dass es dort besonders wichtig sei, Reiki für sich und andere zu lernen. Da wurde mir bewusst, wie gut es uns hier in Deutschland geht. Mittlerweile erscheint es mir als ein enormer Luxus, dass wir hier einfach teilweise aufhören können zu arbeiten und auch noch staatliche Hilfe bekommen. Das ist nicht in jedem Land so. Weder die medizinische Versorgung noch etwas anderes. Mir wurde bewusst, wie wichtig es ist, jetzt zu helfen und dass dies mit Online-Kursen ganz einfach möglich ist.

    Nun sind meine Seminare für deutsche Verhältnisse eigentlich zu günstig. Seit ich 1993 Reiki gelernt habe, habe ich meine eigenen Seminarpreise kaum angehoben. So müssen sie im Prinzip wie andere Dinge im Leben auch genau genommen das Doppelte Kosten. Tun sie aber nicht. Auch biete ich Ratenzahlung für diejenigen an, die sich auch diese schon sehr günstigen Preise nicht leisten können. Aber in anderen Ländern wie z.b. in Indien sind solche Seminarpreise ein Vermögen wert. Wenn ich bedenke, dass ich für mein indisches Patenkind im Jahr etwa 300 € bezahle, dass dieses essen kann, Kleidung bekommt und zur Schule gehen kann, dann bedeutet das, dass ein erster Grad von 290 € ein Vermögen wert ist. So habe ich mich entschieden, Hilfsbedürftige in armen Ländern über online Kurse zu einem für sie angemessenen Preis bis hin zum Nulltarif auszubilden.

    Ferneinweihungen und Reiki Vereine

    Durch den Druck, den einige Reiki-Kollegen auf die Vereine ausübten, fühlten diese sich meiner Wahrnehmung nach offenbar dazu angehalten, Stellung zu nehmen.

    Der Reiki Verband Deutschland hat einen Ehrenkodex. Dieser Ehrenkodex schließt Ferneinweihungen aus. Das kann ich auch gut nachvollziehen, weil es früher schon Fälle gab, wo Ferneinweihungen zwar angeboten jedoch entweder gar nicht geleistet wurden oder vollständig ohne Ausbildung angeboten wurden. Genau aus diesem Grund habe ich mich über 20 Jahre Reiki Meisterschaft als Lehrer und Ausbilder gegen Ferneinweihungen ausgesprochen. Unabhängig davon konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Vereine kein Verständnis dafür haben, dass man in der Corona Krise auf Online-Seminare mit Ferneinweihungen umstellt. Wir haben hier ja immerhin eine Notsituation, in der viele hunderte wenn nicht sogar tausende Reiki-Meister ihre Arbeit fortführen könnten, wenn sie online Kurse anbieten. Für diejenigen, die damit hauptberuflich arbeiten, wie es bei mir der Fall ist, ist das eine ideale Möglichkeit, nicht selbst in die Armut zu fallen und gleichzeitig Hilfsbedürftigen zu helfen. So war ich doch sehr darüber überrascht, dass die Mitglieder und das Präsidium mit diesem Ehrenkodex dieses Vereins einer solchen ausserordentlichen Situation, wie wir sie nun in der Corona Krise haben, entgegentreten. “Der Kodex muss erfüllt werden.” Und daher würde nur der Ausschluss aus dem Verein bleiben. Das leuchtet mir nicht ein. Ich denke, dass ein Ehrenkodex auch Freundlichkeit, Herzlichkeit und vielleicht auch ein bisschen Weisheit beinhalten sollte. Und wenn dem nicht so ist, gibt es ja immer noch die Menschen, die ihn geschrieben haben und nun ändern könnten. Man kann doch nicht von einem Ehrenkodex abhängig sein, den man selbst erschaffen hat. Wie dem auch sei, unabhängig davon wäre ein Ausschluss aus diesem Verein insofern nachvollziehbar, als das der Ehrenkodex es vorschreibt.

    Nun gibt es noch einen zweiten Reiki-Verein in Deutschland. Dort sieht die ganze Sache noch mal etwas anders aus. Es gibt keinen Ehrenkodex, dafür aber eine Berufsordnung und eine Satzung. Ich kenne mich mit solchen Dingen nicht sonderlich gut aus, aber ein Freund machte mich darauf aufmerksam, dass ich mir doch gar keine Sorgen machen brauche, weil ich laut Berufsordnung dieses Vereins gegen den Inhalt mit den Ferneinweihungen gar nicht verstoßen habe. Dies sieht dieser Verein in der Öffentlichkeit und in seiner Darstellung dazu offenbar anders, weil er nicht nur auf Facebook dazu Stellung genommen hat, sondern auch noch ein in Signalfarben gestaltetes Plakat, welches an einen Wahlzettel erinnert, auf dem das einzige Feld zu wählen bereits vorausgewählt ist. Seit dieser Post von diesem Verein auf Facebook veröffentlicht wurde, meldeten sich dort eine ganze Reihe von Leuten, von denen ich mich mehr als ausgegrenzt fühle. Ich empfinde es als äußerst empörend, wie einzelne Reiki-Kollegen auf anderen herumhacken und so gut wie gar kein Mitgefühl zeigen können. Noch schlimmer finde ich es aber, dass dieser Verein dies nicht nur zulässt sondern mit seinem Plakat und dem Text ja sogar zu so etwas aufruft, einlädt und auffordert. Merkwürdig daran ist, dass eines der Grundsätze dieses Vereins darin besteht, die berufliche Ausübung der Reiki-Heilmethode ihrer Mitglieder zu unterstützen. Ich fühle mich hier überhaupt nicht unterstützt. Ich fühle mich sogar darin gehindert, meinen Beruf nachzugehen.

    Wie es aussieht, verstoßen etliche Mitglieder wie auch solche aus dem Vorstand gegen die Satzung und Berufsordnung,

    indem sie sich gegen das Verbandsziel einsetzen (Satzung ProReiki §3) “Anerkennung der Reiki-Methode in der Gesellschaft”,
    gegen die Berufsordnung Punkt 7 verstoßen (“Bemühen um gute Beziehungen zu allen Personen im Tätigkeitsbereich”)
    und gegen die Interessen des Berufsverbands (vgl. Satzung ProReiki §4.2) zuwider handeln.
    Warum hat das keine Konsequenzen?

    Wie oben schon erwähnt verstoße ich mit Ferneinweihungen jedoch gar nicht gegen deren Berufsordnung! Warum ist das so? Ganz einfach: auf der Webseite kann man dazu nachlesen, das in einem Reiki-Seminar die Reiki-Kraft aktiviert wird. Dort ist nicht die Rede von einer Einweihung oder einem Einweihungsritual. Dort wird anstelle dessen von einer Aktivierung gesprochen. Eine Einweihung und eine Aktivierung sind jedoch zwei völlig verschiedene Dinge. Aktivieren bedeutet, das eine dem zu aktivierenden Objekt oder Wesen eine bestimmte Kraft schon innewohnt. Ein Auto wird z.b. aktiviert, indem man die Zündung betätigt. Das bedeutet, dass in diesem Auto bereits alles vorhanden ist. Das was die Reiki-Heilmethode jedoch auszeichnet, ist, dass es sich dabei um eine spirituelle Lebensenergie handelt, die von außen in den Körper kommt und durch die Hände aus dem Körper in den Empfänger hineinströmt. Die Reiki-Kraft ist keine inhärente Energie. Sie ist nicht die körpereigene Energie. Wäre das so, würde man beim Reiki-Geben immer ermüden. Doch genau dies geschieht nicht. Das lässt bei mir zwei Rückschlüsse zu: entweder ist diesen Reiki Verein nicht bekannt, wie die Reiki-Heilmethode wirklich funktioniert und was das eigentlich ist oder man will vielleicht das Wort Einweihung oder Weihe-Ritual grundlegend vermeiden. Ich vermute, dass Vermeidung der Fall ist und befürchte das vielleicht sogar beides der Fall sein könnte. Warum sollte man nun den Begriff der Einweihung vermeiden und durch Aktivierung ersetzen? Wenn ich das richtig verstanden habe, will dieser Verein die Reiki-Heilmethode als Beruf anerkennen lassen. Möglicherweise wird davon ausgegangen, dass der Begriff der Einweihung bei den Behörden und Ämtern nicht so gut ankommen würde. Angenommen das ist so, dann würde das aber bedeuten, das hier eine Art Täuschung verdächtigt werden könnte. Da man nun aber überall von Einweihung hört und nicht von Aktivierung wird dies den Behörden und Ämtern sicherlich auffallen.

    Wenn die Behörden nun aber mitbekommen, was sich hier im Internet auftut und wie sich die Vereine ihren Mitgliedern gegenüber verhalten, wie die Vereine die Mitglieder sie in ihrer beruflichen Tätigkeit und Ausübung von Reiki nicht nur während der Krise behindern, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass das in irgendeiner Weise für die Anerkennung von Reiki zielführend sein könnte.

    Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr festigt sich in mir die Meinung, dass diese Reiki Vereine nicht im geringsten zur Anerkennung und Etablierung der Reiki-Heilmethode beitragen.

    Ich finde, dass darüber diskutiert werden sollte.

    Vielen Dank.

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