Wege der Ganzwerdung

Was ist Reiki?

Was ist Reiki: Einführung

SymbolNicht jeder, der sich für Reiki interessiert hat bereits eine Behandlung bekommen, einen Informationsabend besucht oder ein Buch darüber gelesen. Jürgen Kindler gibt eine Einführung, wie Reiki entstanden ist, was alles dazu gehört und vor allem, wie es heutzutage praktiziert wird. Wenn Sie jemanden, der Reiki gelernt hat, danach fragen, was Reiki ist, dann könnten sie folgende Antworten bekommen: “Reiki ist eine japanische Form des Handauflegens”, “Reiki ist ein spiritueller Weg zu sich selbst”, “Reiki ist eine alternative Heilmethode”. Ein bißchen verwirrend, nicht? Dabei sind alle Antworten richtig.

Der Beginn von Reiki, die Wiederentdeckung durch den Mönch Dr. Mikao Usui, hat der Legende nach gegen Ende des letzten Jahrhunderts stattgefunden. Ich sage “Legende”, weil die Geschichte bis heute nicht nachgewiesen worden ist, und weil die mündliche Überlieferung einzig und allein auf Hawayo Takata zurückzuführen sind. Ich möchte zunächst eine Weile bei der Reiki-Geschichte verweilen.

Auch wenn es von Reiki-Meister zu Reiki-Meister teilweise erhebliche Unterschiede in den Details der Geschichte gibt, so sind doch die Übereinstimmungen größer als die Unterschiede. Bei der “ungekürzten Fassung” der Reiki-Geschichte kann man eine ganze Stunde zuhören – hier daher nur eine kurze Version. Hinweis der Redaktion: Wir wissen mittlerweile, dass einiges in der Legende historisch falsch ist, dennoch geben wir sie hier wieder, da sie Teil der Reiki-Geschichte ist und diese Einführung von 1998 stammt, und wir sie nicht verändern wollen

Die Reiki-Legende

Dr. Mikao Usui, der Wiederentdecker von Reiki und erste Großmeister, lehrte gegen Ende des letzten Jahrhunderts in einem christlichen Kloster in Japan. Eines Tages wurde er von einem seiner jungen Schüler gefragt, ob er denn vorführen könne, wie Jesus geheilt hat. Es stehe doch in der Bibel: “Ihr werdet all’ dies tun könnnen und noch viel mehr.” Usui wußte auf diese Frage keine Antwort, war jedoch berührt durch die Tiefe und Ehrlichkeit, mit der sie gestellt worden war. Eigentlich war es etwas, wonach er selber schon gesucht hatte. Er legte sein Amt nieder und begab sich auf die Suche: Nach Amerika, denn in einem christlichen Land würde man wohl mehr darüber wissen.

Er studierte in Chicago christliche Theologie, fand aber keine Hinweise. Er lernte jedoch, daß in älteren Traditionen des Buddhismus geheilt wurde. Nach sieben Jahren Studium beschloß er, wieder nach Japan zurückzugehen, um dort weiterzusuchen. Er fand schließlich ein Kloster, in dem es ihm erlaubt war, alte Schriftrollen zu studieren, die vermutlich von einem Schüler Buddhas geschrieben worden waren. Er las und meditierte tief über die dort enthaltenen Worte.

Eines Tages fand er in den Schriften Hinweise auf körperliche Heilung. Er versuchte deren Anwendung, aber kam zu keinem Ergebnis. In einer tiefen, 21-tägigen Meditations- und Fastenzeit auf einem heiligen Berg in der Nähe von Kyoto erhielt er Einsicht, wie die in den heiligen Schriften enthaltenen Symbole und Handlungsanweisungen für Heilung zu verwenden waren. Reiki war geboren.

Die Lebensregeln

Usui ging zunächst in die Bettlerviertel von großen Städten, um die Menschen von ihren Leiden zu befreien und ihnen Gelegenheit zu geben, wieder Arbeit zu finden und ein sinnvolles Leben zu führen. Er ging in mehrere Städte, und als er nach einem Jahr wieder einige seiner Schützlinge traf, die aber immer noch bettelten und ihrem Leben keinen Sinn gegeben hatten, da merkte er, daß zur Heilung mehr gehört, als nur den Körper zu heilen. Auch die geistige Einstellung muß verändert werden. Er fügte die Lebensregeln hinzu:

  • Gerade heute, sei nicht ärgerlich.
  • Gerade heute, sorge Dich nicht.
  • Verdiene Dein Brot ehrlich.
  • Ehre Deine Lehrer, die Eltern und die Älteren.
  • Sei dankbar gegenüber allem, was lebt.

HayashiAm Ende seines Lebens übergab er das “Usui System der natürlichen Heilung”, auch Reiki genannt, seinem besten Schüler: Dr. Chijuro Hayashi, einem pensioniertem Offizer der kaiserlichen Marine. Hayashi war Arzt und setzte Reiki systematisch zur Heilung ein. Er eröffnete eine Klinik in Tokyo und betreute dort Menschen über einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu einem Jahr und machte dabei höchst erstaunliche Erfahrungen und erzielte viele Heilungen.

Frau Hawayo Takata, die nächste Großmeisterin, wurde während ihrer Suche nach Heilung ungefähr 1930 in diese Klinik geführt. Takata war 1900 auf der Insel Hawai geboren worden. Mit dreißig Jahren verlor sie früh und unerwartet ihren Mann. Über diesen Verlust erkrankte sie selbst an einem gutartigen Tumor, den sie in Tokyo operieren lassen wollte. In der Klinik riet ihr mehrfach eine innere Stimme, nach einer anderen Heilmethode zu fragen. Nach kurzem Zögern vertraute sie der Stimme und fragte. Sie wurde schließlich in der Klinik von Dr. Hayashi behandelt und schon nach zwei oder drei Behandlungen wußte sie, daß sie Reiki erlernen wollte, um nicht bei jeder Erkrankung von ihrer Heimatinsel Hawai nach Japan fahren zu müssen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelang es ihr Hayashi zu überzeugen. Nach einem Jahr Aufenthalt in Tokyo und intensiver Praxis in der Klinik von Hayashi erhielt sie den zweiten Grad.

Reiki in Amerika

Zurück in Hawai, eröffnete Takata in ihrem Haus eine eigene Reiki-Klinik. Bei einem Besuch von Hayashi wurde sie zur Reiki-Meisterin eingeweiht; bald gab sie eigene Kurse auf der Insel und später auch auf dem Festland.

TakataSpäter hatte Hayashi Vorahnungen, daß Japan bald in einen Krieg mit Amerika eintreten würde. Er rief Takata zu sich und gab ihr Anweisungen, wie sie sich während des Krieges zu verhalten habe, um ohne Schaden davonzukommen. Er selbst starb bald darauf, um einen Konflikt zwischen seinen Vaterlandspflichten und seinem Reiki-Meister-Sein auf ehrenhafte Weise beizulegen. Er ernannte Takata als den ihm nachfolgenden Großmeister.

Nach dem zweiten Weltkrieg gab Takata vorwiegend Behandlungen, und dies ganztags. Wo Nachfrage war, unterrichtete sie Reiki-Kurse und verbreitete so Reiki auf dem ganzen amerikanischen Kontinent. Für lange Zeit gab es außer Takata keinen anderen Reiki-Meister. Nach dreißig Jahren Reiki-Praxis begann sie gegen Ende der siebziger Jahre andere Meister einzuweihen. Bei ihrem Tod im Jahre 1980 gab es 22 Reiki-Meister, die von ihr eingeweiht worden waren.

Die Nachfolge

Takata hatte eigentlich schon immer Phyllis Lei Furumoto, ihre Enkeltochter, als Nachfolgerin auserkoren. Obwohl schon früh in Reiki eingeweiht, zeigte sie zunächst wenig Interesse an Reiki und ging einer eigene Karriere nach. Erst als sie ihre Großmutter auf einer Südamerikareise begleitete, entdeckte sie Reiki für sich und ließ sich von Takata zur Reiki-Meisterin ausbilden.

FurumotoNach dem Tod von Takata wurde Phyllis Furumoto von den anderen Meistern mehrheitlich als Nachfolgerin ihrer Großmutter anerkannt. Doch war dies auch die Zeit, in der sich die ersten eigenen Richtungen entwickelt haben. So führt Dr. Barbara Ray die “AIRA” an, die insbesondere in den ersten Jahren eine kritische Haltung den anderen Meistern gegenüber hatte.

Ein Jahr nach dem Tod von Takata rief Phyllis Furumoto die Meister zu einer Gedenkversammlung zu Ehren Takatas zusammen. Aus diesem Treffen entstand später die “Reiki Alliance”. Furumoto selber ist 1992 aus der Reiki Alliance ausgetreten, weil es für die Organisation in der Entwicklung unterstützte, eine eigene Meinung unabhängig von der Großmeisterin zu finden. Dennoch ist sie immer auf der jährlichen Konferenz der Reiki Alliance anwesend, und hält dort auch Vorträge über Reiki.

Im Jahr 1988 hat Frau Furumoto bekanntgegeben, daß Meister selber Reiki-Meister einweihen dürfen. Obwohl Takata allen Meistern gesagt hatte, daß sie einen Meister einweihen könnten, hatte die überwiegende Zahl zugunsten der Großmeisterin darauf verzichtet.

Wie gesagt, dies ist eine gekürzte Form der Reiki-Geschichte, und einige eigentlich wichtige Details habe ich nur in einem Nebensatz angedeutet. In jedem der gängigen Reiki-Bücher gibt es eine ausführliche Version zu lesen.

Die Geschichte ist die Grundlage zum Verständnis von Reiki. Darüberhinaus gibt es verschiedene Elemente des Usui Systems der natürlichen Heilung, auf die ich im Folgenden eingehen möchte:

Wie lernt man Reiki?

Reiki wird in verschiedenen Stufen, den sogenannten Graden gelehrt. Bereits nach dem ersten Grad, der meist an einem Wochenende gelehrt wird, kann man sich und anderen die Hände auflegen.

Während eines Seminars für den ersten Grad lernt der Teilnehmer zwei Formen des Händeauflegens: Die Eigenbehandlung (man hat sich ja selbst immer dabei und kann sich immer und überall Reiki geben), und die Ganzbehandlung. Zusätzlich wird die Reiki-Geschichte erzählt, und Fragen werden beantwortet. Je nach persönlichen Geschmack des Reiki-Meisters wird auch auf Hintergründe von Krankheit und Heilung eingegangen, obwohl diese Zusammenhänge zum Verständnis von Reiki nicht unbedingt notwendig sind. Andere Meister wiederum legen mehr Wert auf Selbsterfahrung und geben den Teilnehmern mehr Raum, emotionale Muster aufzuarbeiten. Das wichtigste ist jedoch, daß Reiki in den Kursen auch angewandt wird. Während des 1.-Grad-Seminares erhält der Teilnehmer vier Einweihungen. Die Preise reichen von 200 bis 400 DM.

Mit dem zweiten Grad erhält man die Möglichkeit, den nicht-körperlichen Bereiche menschlichen Seins (Psyche, Geist, Seele, Verstand) gezielt Reiki zu geben. Auch lernt man, Reiki zu abwesenden Personen zu schicken (“Fernreiki”). Die Möglichkeit, Fernreiki zu schicken klingt in vielen Ohren sehr unwahrscheinlich. Es ist jedoch millionfach erprobt und es funktioniert. Während des zweiten-Grad-Kurses werden drei Symbole gelehrt und der Teilnehmer erhält eine Einweihung. Die Preise für den zweiten Grad reichen von 500 bis 1300 DM.

Der dritte Reiki Grad wird “Reiki-Meister”, manchmal auch “Reiki-Meister/Lehrer” genannt. Bei einigen Abzweigungen der Überlieferung (z.B. der TAIRA) wird der Meistergrad in weitere Stufen unterteilt und entsprechend gelehrt. Wer Reiki-Meister ist, kann andere Menschen in den ersten, zweiten und Meister-Grad einweihen. Die Ausbildung zum Reiki-Meister ist nicht einheitlich geregelt und wird von Meister zu Meister äußerst unterschiedlich gehandhabt. Die Preise für die Meister-Ausbildung reichen dementsprechend von 3500 DM bis 20.000 DM.

Jede Stufe in dem Usui System der natürlichen Heilung ist ein in sich abgeschlosser Weg zu Reiki. Die einzelnen Grade lassen sich nicht miteinander vergleichen. Zum Beispiel hat ein Schüler des zweiten Grades hat ganz andere, eigene Erfahrungen und Einsichten mit Reiki als ein Schüler des ersten Grades.

Wie gesagt, ist Reiki mit dem ersten Grad eigentlich schon vollständig. Erst in der modernen Zeit ist es dazu gekommen, daß der zweite und der Reiki-Meister-Grad von vielen Leuten erlernt wird. Entgegen weitverbreiteter Meinung besteht keine Notwendigkeit, die zweite Stufe zu erlernen. Viele Meister heben hervor, daß es viel mehr bringt, sich regelmäßig selbst Reiki zu geben, als sich zu schnell auf den nächsten Reiki-Grad zuzubewegen.

Die Reiki-Einweihungen

In jedem Reiki-Kurses gibt es eine oder mehrere “Einweihungen”. Dies ist der für viele rationale Menschen am wenigsten nachvollziehbare Teil in Reiki, zumal die Teilnehmer gebeten werden, die Augen zu schließen. Die Einweihungen, von manchen Meistern auch “Einstimmungen” genannt, sind mit eine der wichtigsten Teile von Reiki.

Rein äußerlich betrachtet, führt der Meister dabei an dem Reiki-Schüler ein Ritual aus, welches er von seinem Meister erhalten hat. Was innerlich passiert, ist schwer zu beschreiben. Jeder Meister hat dabei seine eigenen, tiefen Erfahrungen und entwickelt dabei sein eigenes tieferes Verständnis für Reiki.

So wie Menschen verschieden sind, so haben auch die Schüler ganz verschiedene Eindrücke von den Einweihungen: Während die einen nichts besonderes spüren, sind andere tief berüht, weinen, oder machen andere tiefgreifende Erfahrungen während der Einweihungen.

Durch das Ritual wird der Schüler auf “wundersame” Weise mit Reiki verbunden. Manche Meister erklären es so, daß der Schüler wieder an seine in ihm liegende Reiki-Kraft erinnert wird. Andere wiederum führen aus, daß ein “Reiki-Kanal” geöffnet wird, oder daß verschiedene Chakren aktiviert werden.

Die Reiki-Behandlung

HaendeWenn jemand sagt, er “bekomme Reiki”, dann meint er meistens, das er eine “Reiki-Behandlung” erhält. Jeder, der den ersten Reiki-Grad erlernt hat, kann sich und anderen Menschen mit Reiki behandeln. So eine Behandlung dauert in der Regel sechzig bis neunzig Minuten. Der Behandelte liegt dabei auf einer bequemen Unterlage (auf dem Boden, einer Massageliege, dem Bett oder dem Couchtisch), und der Behandelnde legt die Hände auf verschiedene Positionen am Körper des Anderen.

Diese Positionen lernt der Behandler während eines Reiki-Kurses. Manchmal unterscheiden sich die Positionen voneinander, die die verschiedenen Meister lehren. Allen gemeinsam ist die Reihenfolge Kopf, Oberkörper und Rücken bei der Behandlung. Eine Reiki-Behandlung hat 12 bis 21 Positionen. Auf jeder Position liegt die Hand drei bis fünf Minuten. Mit der Zeit vertieft sich die Intuition des Reiki-Behandlers und er setzt selbst Schwerpunkte, wenn er verspürt, daß eine Stelle mehr oder weniger Energie braucht.

Wie heilt Reiki?

HaendeWie genau Reiki funktioniert, ist nicht bekannt. Jeder Reiki-Praktizierende hat seine eigene Erklärung dafür. Wenn die Hände aufgelegt werden, spüren die meisten Menschen eine wohltuende Wärme, die sich während der Behandlung im ganzen Köprer ausbreitet. Manche schlafen bei der Behandlung ein, oder fallen in eine Art “Traumzustand” zwischen Einschlafen und Schlafen.

Bekommt man öfter Reiki-Behandlungen, dann fließt dem Köprer soviel Energie zu, daß er anfängt Krankheiten auf allen Ebenen zu heilen. Reiki aktiviert die Selbstheilungskräfte und erweckt den “inneren Arzt”.

Reiki wirkt auf verschiedenen Ebenen. Manchmal liegt die Ursache der Krankheit auf einer tieferen Ebene, vielleicht führt eine falsche Einstellung zu dem körperlichen Problem. Dann kann es sein, daß Reiki die Ursache direkt angeht, und man dazu gezwungen wird, sich mit der Ursache auseinanderzusetzen.

Der Reiki-Gebende kann nicht vorhersagen, wie Reiki bei dem Empfänger wirkt, da er keinen Einfluß auf die Heilung hat. Meistens werden zumindest die Hände während der Reiki-Behandlung warm. Dabei muß das Gefühl in der Hand des Empfängers nicht dem des Gebenden entsprechen. Manchmal sind die Hände kalt, während der Empfänger eine wohltuende, tief ausströmende Wärme empfindet.

Generell gilt: Je länger die Erkrankung/das Unwohlsein vorhanden ist, desto mehr Reiki-Behandlungen müssen gegeben werden, bevor sich eine Änderung einstellen kann. Zu Beginn einer Behandlungsserie wird empfohlen, mindestens vier Behandlungen an vier aufeinander folgenden Tagen zu geben, um “den Stein ins Rollen zu bringen.”

Reiki und Schulmedizin

Viele Menschen finden zu Reiki, weil sie konkrete körperliche Leiden haben, bei denen ihnen die herkömmliche Medizin nicht mehr helfen kann, oder die vorgeschlagenen Eingriffe (z.B. eine Operation) vom dem Heilungssuchenden nicht akzeptiert werden. Wie einst die Großmeisterin Takata, so hören sie von verschiedenen alternativen Heilungsmethoden und probieren Reiki aus.

Die meisten Ärzte haben noch nichts von Reiki gehört und sind, genervt von dem Jahrmarkt der alternativen Medizin, Reiki gegenüber meistens nicht sehr aufgeschlossen. Dabei schließen sich die beiden Methoden gar nicht gegenseitig aus: Reiki eignet sich gut zur zusätzlichen Behandlung bei schweren Erkrankungen, die mit schulmedizinischen Heilverfahren behandelt werden. Und manche Erkältung verläßt den Körper nach einigen Reiki-Behandlung von alleine, ohne daß Medikamente eingenommen werden mußte. Viel häufiger passiert es jedoch, daß man mit regelmäßigen Reiki-Behandlungen viel weniger krank wird und ein allgemein harmonischeres Leben führt.

Die vier Aspekte des Reiki

Wenngleich sich die meisten Menschen für Reiki interessieren, weil sie köprerlich krank sind, so hat Reiki weitere Aspekte, die meistens erst in der laufenden Anwendung von Reiki wichtig werden. Phyllis Furumoto hat vor kurzem die vier Aspekte des Reiki beschrieben:

  1. Körperliche Heilung.
    Durch wiederholtes Handauflegen werden körperliche Krankheiten geheilt. Dies ist der Aspekt, der den meisten Reiki-Anwendern vertraut ist.
  2. Persönliches Wachstum.
    Durch die Reiki-Einweihungen und Reiki-Behandlungen wird auch die Psyche und der Geist des Menschen geheilt. Falsche Gewohnheiten werden erkannt und verändert. Beziehungen werden vertieft oder aufgelöst. Man lernt sich selbst und seine Bedürnisse besser kennen und lernt, dies auch anderen gegenüber auszudrücken. Weil Reiki in diesem menschlichen Bereich so gut helfen kann, verwenden viele Therapeuten Reiki in ihrer Praxis.
  3. Spirituelle Lehre.
    Wenn ein Schüler regelmäßig Reiki anwendet, dann merkt er, daß die Welt aus mehr besteht, als man sehen kann. Wieso werden die Hände warm bei Reiki? Wie kann es sein, daß Reiki durch Einweihungen weitergegeben wird? Woran glaube ich? Was ist mein Beitrag für die Welt? Der göttliche Funken, der in jedem von uns schlummert, wird für viele durch Reiki erfahrbar.
  4. Mystischer Orden bzw. mystische Ordnung.
    Ein mystischer Orden ist eine “Gemeinschaft von Menschen, die die gleiche mystische Erfahrung erleben” Wer Reiki ausübt erlebt das Wunder der eigenen Heilung. Dies ist ein Aspekt, der vorwiegend von lang praktizierenden Reiki-Schülern erfahren wird. Er beschreibt die Verbundenheit von Menschen mit Reiki untereinander.

Diese vier Aspekte erklären einige der Phänome in Reiki: Für manche Menschen ist Reiki eine einfache Heilungstechnik. Für sie ist es daher nicht wichtig, ob ein Reiki-Meister in der spirituellen Linie steht und was für eine Ausbildung er genossen hat. Für sie steht unter Umständen nur der Preis im Vordergrund.

Wer in Reiki eine Technik zur Förderung des persönlichen Wachstums sieht, der hält nach einem Reiki-Meister Ausschau, der ihn auch nach dem Kurs darin unterstützen kann.

Wer Reiki als spirituelle Lehre sieht, für den spielt der Preis für einen Reiki-Kurs eine untergeordnete Rolle. Der Reiki-Meister muß den Reiki-Weg repräsentieren können und den Schüler ein Leben mit Reiki vorleben.

Wer über längere Zeit mit Reiki lebt, der spürt seine Verbundenheit mit anderen Schülern, die den gleichen Weg gehen. Hier gibt es keinen “Grund” für Reiki, kein rationales Abwägen. Hier sind Fragen nach dem “warum” und “wie” nicht mehr angemessen. Entscheidungen kommen aus dem Inneren, und der Reiki-Meister wird intuitiv gewählt.

Die Reiki-Organisationen

In Österreich, Deuschland und in der Schweiz gibt es zur Zeit ungefähr 700 Reiki-Meisterinnen und -Meister. Die meisten von ihnen haben sich in keiner Organisation zusammengeschlossen, es sind sogenannte “freie” Reiki-Meister.

Es gab und gibt in Deutschland drei Organisationen, denen sich Meister anschließen können:

Die TAIRA (The Radiance Technique Association International Inc.).
Diese Organisaton wird heute von Dr. Barbara Ray angeführt, die auch die einzige Person ist, die alle sieben Grade dieser Einweihungslinie erhalten hat. Es ist heute nur noch eine Meisterin bekannt, die innerhalb Deutschlands Mitglied in dieser Organisation ist. Die TAIRA unterteilt die Reiki-Meister-Ausbildung in mehrere Stufen, ist jedoch sehr strikt in der Auswahl derjenigen, die diesen Grad erlernen dürfen. Sie pflegt das Usui System eher als “Technik” und nennt Reiki mittlerweile “Radiance Technique”.

Die RAI (Reiki Association International)
erkennt Eckard Strohm als Großmeister an. “Magus” Strohm hat die Fähigkeit, auch heutzutage direkt mit Dr. Usui in Kontakt zu sein und wurde von ihm vor einigen Jahren zum Reiki-Großmeister eingeweiht. Gemäß der RAI wurde Reiki bereits in Atlantis praktiziert. Weiterhin lehrt die RAI das “AROLO”-System, das auf Reiki aufbaut und spezifische Diagnosen und Hilfe ermöglicht. Bei der RAI kann die Ausbildung zum Reiki-Meister im schnellsten Fall innerhalb drei Wochen absolviert werden.

Die Reiki Alliance
wurde 1983von einer Gruppe von Reiki-Meistern gegründet, die sich anläßlich Takata’s Todestag getroffen hatten. Sie ist die heute weltweit größte Organisation von Reiki-Meistern mit jährlichen, internationalen Treffen. 1993 hat sich die Reiki Alliance eine Identitätserklärung und einen Ehrendkodex gegeben, der ein gewisse Einheitlichkeit nach Innen und Außen repräsentiert.

Die freien Reiki-Meister
sind überall im deutschsprachigen Raum verteilt und pflegen wenig organisierten Kontakt untereinander. Sie stellen die größte Gruppe innerhalb der Reiki-Meister-Gemeinschaft. Manche lehnen sich in Preisen und Ausbildungsrichtlinien an eine der oben genannten Organisationen an, andere entwickeln ganz eigene Richtlinien.

Die Wahl des richtigen Meisters

Seit jener Rede von Großmeisterin Furumoto, in der sie Meistern freistellte, selbst Meister einzuweihen, haben mehr und mehr Meister diese Freiheit in Anspruch genommen. Mangels einem eindeutigen Vorbild sind ganz verschiedene Auffassungen darüber entstanden, wie Reiki ausgeübt werden sollte, oder was ein Reiki-Meister verkörpert.

In den letzten zwei Jahren sind innerhalb der Reiki-Szene Diskussionen darüber geführt worden, was zum Usui System gehört, und was nicht. (Siehe dazu auch die Beiträge in diesem Heft.) Nicht immer konnten die Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg geräumt werden, sodaß man sich an ein Bild der mannigfaltigen Ausübungen des Usui System wird gewöhnen müssen. Andererseits, konnte und können nur durch die Vielzahl von Stilen und Schwerpunkten die vielen Menschen erreicht werden, die Reiki in ihr Leben aufgenommen haben.

Für denjenigen, der Reiki erst erlernen möchte, ist es nicht einfach, den richtigen Meister zu finden. Noch vor ein paar Jahren gab es nur eine Form von Reiki. Heute ist es so wie in vielen esoterischen Richtungen: Es gibt zwar einen Ursprung, aber viele Lehrmeinungen und noch mehr Lehrer. Es schadet daher auf keinen Fall, seinen potientiellen Meister vor der Einweihung kennenzulernen, und sei es nur, indem man ein längeres Gespräch am Telefon führt.

Manchmal kann es helfen, nach der Ausbildung und nach der spirituellen Linie seit Takata zu fragen. Das Beste ist es aber – wie sonst auch im Leben – sich gründlich zu informieren und vielleicht eine Empfehlung von einem Bekannten zu bekommen. Oft nützt es auch, sich selber eine Behandlung geben zu lassen. Letztendlich heißt es aber, auf das eigene Gefühl zu hören: “Ist dies der Meister oder die Meisterin, von der oder dem ich Reiki lernen möchte?” Bestehen Zweifel, dann lohnt es sich, weiterzufragen und sich weiter umzuhören: Sich Zeit zu lassen ist eine wesentliche Qualität in Reiki.

Reiki heute (1998)

Reiki berührt immer mehr Menschen und verbreitet sich mit einer atemberaubenden Schnelligkeit. Gleichzeitig gerät es immer mehr in das öffentliche Blickfeld. Die zukünftige Entwicklung von Reiki wird auch davon abhängen, wie Reiki und die Meister sich in der Zukunft in der Öffentlichkeit präsentieren. Es ist möglich, daß Reiki-Behandlungen und evtl. auch – Kurse in einigen Jahren von den Krankenhäusern anerkannt werden (wie heute z.B. Tai-Chi-Kurse). Dann wird sich Reiki vielleicht doch einmal so verbreitet haben, wie es Großmeisterin Takata’s Vision war: Reiki sollte ein Wort sein, das jeder kennt.

“Eine japanische Variation von Mikado?” “Eine Form der Akupunktur?” “Eine Kampfsportart?””Eine amerikanische Version von Bonsai?” Alles falsch. Reiki ist eine Form des Handauflegens, die ihren Ursprung in Japan hat. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, sich im “Reiki-Land” zurecht zu finden.

Um Reiki zu verstehen, muß man zuerst die Geschichte des Reiki gehört haben:

Die Geschichte des Reiki beginnt mit dem Mönch Dr. Mikao Usui, der sich gegen Ende des letzten Jahrhunderts auf die Suche begeben hat, zu ergründen, wie Jesus heilen konnte. Er suchte zunächst im Außen. Er studierte christliche Theologie in Amerika, kehrte nach dem Studium nach Japan zurück, um im Innen zu suchen. Nach langjähriger Meditation würde er fündig. Er fand in seinen Händen etwas, was er Reiki nannte . Zusammen mit seinem Nachfolger, Dr. Chijuro Hayashi entwickelte er das, was heute als das “Usui System der natürlichen Heilung” bekannt ist, manchmal auch das “Usui System des Reiki” genannt.

Durch eine Übertragungslinie von “Großmeistern” gelangte diese japanische Tradition in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts nach Amerika, um in den frühen 80er Jahren nach Europa getragen zu werden. In Amerika wurde Reiki praktisch nur persönlich, von Mund zu Mund weitergegeben, oder besser: von Hand zu Hand. Hawayo Takata, die Frau, die Reiki von Japan nach Amerika gebracht hatte, praktizierte Reiki tagtäglich in ihrem Haus auf Hawai, und gab dort auch ihre Kurse. Die Reiki-Szene war noch ganz “intim” und beschränkte sich auf einige Hundert, vielleicht eintausend Reiki-Schüler in ganz Amerika.

Mit der Zeit fragten auch mehr und mehr Leute auf dem Festland nach Reiki, und so reiste Takata immer öfter auf das Festland, und schließlich über den gesamten amerikanischen Kontinent, um Reiki-Behandlungen und -Kurse zu geben.

Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Als die Großmeisterin Hawayo Takata im Jahre 1980 starb, gab es 22 Reiki-Meister, von denen bekannt war, daß sie von Takata eingeweiht worden sind. Der japanische Zweig der Linie, von Hayashi oder Usui ausgehend, ist vermutlich während des zweiten Weltriegs untergegangen. Die Mehrheit der Meister haben damals die Enkelin von Takata, Phyllis Lei Furumoto, als nachfolgende Großmeisterin anerkannt. Phyllis Furumoto, zwar schon immer von Takata als Nachfolgerin vorgesehen, aber erst kurz vorher zur Reiki-Meisterin eingeweiht, brauchte etliche Jahre, bevor sie begann, das Amt der Großmeisterin auszufüllen. Um genau zu sein, betrachtet sie sich eigentlich erst seit vielleicht 4 Jahren ernsthaft als Großmeister, was in den Jahren bis dahin zu nicht unerheblicher Verwirrung innerhalb von Reiki beigetragen hat.

Reisefreudige Reiki-Meister aus Amerika brachten Reiki in den frühen 80er Jahren nach Deutschland und dann nach ganz Europa. Reiki breitete sich aus. Phyllis Lei Furumoto kam 1986 das erste Mal nach Europa, und nach dem Treffen der Reiki Alliance im Jahre 1988, auf dem Phyllis – einmal kurz gesagt – Meistern erlaubte, Meister einzuweihen, verbreitete sich Reiki in einer Weise und in einer Geschwindigkeit, die allen den Atem verschlagen hat.

Heute gibt es in Deutschland es ca. fünfhundert Reiki-Meister auf einer Meister-Liste, die von den Verlagen der Reiki-Bücher geführt wird. Man kann davon ausgehen, daß es zwei- bis dreimal soviele Reiki-Meister gibt, die keinen Wert auf diese Art Öffentlichkeit legen. In der Schweiz sind es hundertundfünfzig Meister, in Österreich ungefähr fünfzehn. Für die Anzahl der Menschen, die Reiki gelernt haben, gibt es nur Schätzungen: 500 000 müssten es schon sein in Deutschland. Eine ganze Menge..

Und dabei geht es noch weiter. Seit ca. einem Jahr gibt es nahezu wöchentlich eine Veröffentlichung in einer Zeitschrift oder im Fernsehen. Reiki erlangt im Aufwind des “New Age” ungeahnte Publizität.

Viele fühlen sich zu Reiki hingezogen, weil sie körperliche Heilung wünschen. So wie der Mensch aus mehr als aus nur einem Körper besteht, wirkt auch Reiki auf den ganzen Menschen. Einige nennen diesen Teil “persönliches Wachstum”.

Reiki geht an die Ursache der Erkrankung und heilt dort und bringt den Menschen dort in Einklang. Reiki hat schon “Wunder” bewirkt, man sollte jedoch nicht darauf hoffen. Manchmal hilft Reiki nicht bei einer Erkrankung. Genausowenig wie wir wissen, wie Reiki heilt, so wenig wissen wir, warum es manchmal nicht zur körperlichen Heilung führt. Immer jedoch bringt Reiki einen ausgeglicheren Gemütszustand, und das ist auch der Grund, warum soviele Menschen Reiki lernen, obwohl sie gar nicht krank sind. Denn – neben der Heilung – gibt es weitere Aspekte von Reiki.

In Deutschland und in vielen Ländern ist es so, daß nur ausgebildete Menschen, also Ärzte und Heilpraktiker “heilen” dürfen. Offiziell darf mit Reiki also nur heilen, wer einem Heilberuf angehört. Dies ist aber nur scheinbar ein Problem: Erstens werden die meisten Reiki-Behandlungen sowieso nur im kleinen Kreis der Freunde und Bekannte gegeben und zweitens kann man Reiki auch als “Entspannungsmethode zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte” bezeichnen, und dagegen dürfte keiner was haben. Diese Bezeichung entspricht auch meiner Erfahrung: Ich nehme Reiki nicht so sehr als von außen zugeführte Energie wahr, sondern der innere Azrt desjenigen, der Reiki bekommt, wird aufgeweckt und aufgescheucht. Derjenige, der mit Reiki behandelt wird, erinnert sich an seine eigenen Selbstheilungskräfte.

Das Reiki-Zeichen

symbol“Reiki” ist ein japanisches Wort. Im Japanischen werden Worte durch Bilder repräsentiert. So läßt sich auch für das Reiki-Schriftzeichen eine reiche Bildsprache zurückverfolgen. Die gegenwärtige Schreibweise stellt die vereinfachte Schreibform der japanischen Gegenwart dar. “Rei” (die obere Hälfte des Zeichens) bedeutet “universal”, “Ki” (die untere Hälfte) bedeutet Kraft. “Ki” ist ein häufig verwendeter Ausdruck in der asiatischen Kultur. Alles ist von Ki durchdrungen. Ohne Ki lebt nichts. In den Kampfsportarten wird mit Ki gekämpft, bei Reiki wird mit einer speziellen Form des Ki, eben Rei-ki, geheilt, oder besser: das ReiKi des Behandelten wird verstärkt, bzw. bei der Einweihung wird der Eingeweihte mit seiner eigenen Urkraft wiederverbunden.

Einige von Ihnen werden den Begriff “Ki” aus eigener Erfahrung kennen: Auch in dem Wort “Qi Gong” steckt das Wort “Ki”.

Im östlichen Glauben gibt es nicht einen Gott, der einen Bart hat und auf einer Wolke sitzt Das Göttliche ist überall in der Natur zu finden. So haben Japaner und andere östliche Kulturen wunderbare, für uns manchmal seltsam erscheinende Formen gefunden, ihren Glauben zu praktizieren. So ist z.B. auch Ikebana, eine hohe Kunst, Gestecke zu komponieren, ein Weg zur Erleuchtung zu gelangen. Alles, womit man sich beschäftigt, kann mit Ausdauer und Ritual zum “Weg” der spirituellen Weiterentwicklung werden.

Obwohl Reiki seine Wurzeln in Japan hat, ist es mittlerweile eine westliche Praktik gworden.

Was ist das Japanische an Reiki? Jetzt nicht mehr viel Japanisches außer dem Namen. Es ist eine westliche Tradition geworden, die ihre Wurzeln in Japan hat. Auf der letzten Konferenz der Reiki Alliance mit 250 Reiki-Meistern aus allen Ländern der Welt war kein einziger Japaner – und dennoch war Reiki deutlich zu spüren. Dennoch – Reiki wurzelt ganz klar in der japanischen Tradition der Jahrhundertwende. Ein ganz klares Beispiel dafür sind die Lebensregeln, mit denen viele “westlich” eingestellte Menschen nur ganz wenig anfangen können.

Die Stärkung des Urvertrauens

haendeObgleich viele Leute über den Aspekt der Heilung zu Reiki kommen, gibt es noch andere Aspekte, die Menschen an Reiki interessieren.

Stellen Sie sich vor: Wann immer Ihnen etwas weh tut, können Sie sich die Hände auflegen, und es widerfährt Ihnen meistens eine Linderung der Schmerzen oder des Unwohlseins. Diese Erfahrung verändert Menschen, sie läßt Menschen einen neuen Aspekt in sich entdecken.

Nach einem Reiki-Kurs, manchmal schon nach einer Reiki-Behandlung, entdecken viele, daß sie aus mehr bestehen, als sie dachten. Es gibt mehr als das, was man anfassen oder sehen kann. Diese Entdeckung und die einfache Verfügbarkeit berührt viele Menschen ganz tief in ihrem Sein.

Es kann passieren, daß ein Mensch, der christlichen Glaubens ist, eine Vertiefung seiner Religiosität erfährt. Manchmal führt diese Vertiefung aber auch zu der Erkenntnis, daß die Kirche vielleicht nicht den Glauben so präsentiert, wie ihn Jesus vorgelebt hat. Denn Reiki ist überkonfessionell.

Reiki und persönliches Wachstum

haendeAndere Menschen kommen sich selbst durch Reiki näher. Sie entdecken verschüttete Wünsche und Gefühle wieder. Oder sie entdecken, daß sie im falschen Beruf sind und mit dem falschen Partner zusammenleben. Reiki kann den Schleier den Selbsttäuschung wegziehen. Dieser Aspekt der Selbsterfahrung, der Selbstheilung auf einer tieferen als der körperlichen Ebene, kann auch zunächst unangenehm sein.

Wer entdeckt, daß man vielleicht Jahrzehnten mit dem falschen Partner zusammenlebt, für den ist das zunächst ein schwerer Schlag. Doch ist nach der Krise die Freiheit umso schöner, das sich selbst nahe sein umso näher und der innere Friede umso tiefer.

Reiki und Glaube

haendeDurch die Reiki-Behandlung und durch die Einweihungen in dem ersten oder zweiten Grad werden die Selbstheilungskräfte des Menschen aktiviert. Auf eine geheimnisvolle Art und Weise (die Einweihungen) wird der Reiki-Lernende dazu gebracht, sich wieder an seine eigenen Kräfte zu erinnern. Er wird wieder an die kosmischen Heilkräfte angeschlossen. Wer an einen christlichen Gott glaubt, der meint, er wird an Gottes Energie angeschlossen, wer an Allah glaubt, der wird an dessen Energie angeschlossen. Es ist nicht wichtig, welchen Glauben derjenige hat, der Reiki erlernt. Bei den meisten Menschen, die ich kenne, findet eine Neuorientierung, eine innere Bekräftigung des jeweiligen Glaubens statt (“es gibt doch was Gutes im Leben, das alles erschaffen hat”). Manchmal geht jedoch auch ein Erkennen mit einher, daß die christliche Kirche als Institution abgelehnt wird. So treten Menschen in Folge von Reiki aus der Kirche aus, wenden sich jedoch der eigenen Gotteserfahrung zu.

Jede Stufe in Reiki bereichert den Reiki-Schüler. Ich betrachte die verschiedenen Grade als verschiedene Wege, zu Reiki zu kommen, mehr über Reiki, die universale Lebenskraft, zu lernen. Dabei würde ich nicht sagen, daß die eine Stufe “besser” ist als die nächste Stufe. Auch als Reiki-Meister praktiziere ich weiterhin das Handauflegen des ersten Grades. Im zweiten Grades lerene ich weiterhin die Relativität von Zeit und Raum kennen. Dabei mache ich mit den Jahren, die ich Reiki ausübe, immer wieder neue, aufregende Erfahrungen, die mich immer weiter zu mit selbst bringen und die mich immer wieder auf neue Seiten in mir aufmerksam machen.

Ich würde auch nicht sagen, daß z.B. ein Mensch mit dem Meister-Grad mehr Energie hat als ein langjähriger Schüler des ersten Grades. Es kommt eher darauf an, wieviel Erfahrung und Praxis derjenige hat.

Reiki und Geld

Mit einer überarbeiteten Version dieses Kapitels von Jürgen Kindler ist leider nicht mehr zu rechnen. Schade, denn das Thema Geld ist weiterhin DAS Reizthema innerhalb der Reiki-Szene. So bleibt mir nur ein Zitat aus Jürgens früherer Version: Das Thema Geld “ist ein Wachstumsprozeß für jeden, der sich mit Reiki beschäftigt”.

Frank Doerr, 2002

Nachtrag: Zum Ausgleich gibt es seit Februar 2006 einen Artikel von Oliver Klatt im Reikiland.

Wie funktioniert Reiki?

haendeJetzt kommt hoffentlich die Antwort auf die Frage derjenigen, die schon immer skeptisch waren: Wie funktioniert Reiki? Darauf gibt es keine wissenschaftlich untermauerten Antworten. Reiki ist nicht überprüfbar (noch nicht). Reiki ist erfahrbar. Wenn Sie zweifeln, lassen Sie sich behandeln.

Ich erkläre mir die Wirkung von Reiki so: Eigentlich hat jeder Mensch die Fähigkeit, Reiki zu geben, schon immer gehabt. Er hat nur vergessen, wie es geht, und auch den Glaube daran verloren, sodaß heutzutage kein “vernünftiger” Mensch darauf kommen würde, die Hand aufzulegen, wenn es weh tut (obwohl es eine natürliche Reaktion ist). Während der Reiki Einweihungen spricht der Meister mit dem Reiki lernenden auf einer Ebene, die jenseits dessen ist, was wir kennen: Ich kann versuchen, es zu beschreiben, aber mir fehlen die Worte.

haendeDurch die Einweihung “erinnere” ich sie und ihren Körper daran, daß es geht. Ich habe nicht das Gefühl, daß ich Energie übertrage bei der Einweihung. Die Energie kommt aus der eigenen Verbindung des Schülers zu seinem inneren Licht (oder wie immer Sie es nennen wollen). So erkläre ich mir auch die weiteren Wachtumserfahrungen, die viele Schüler nach der Einweihung machen. Ich kann nicht voraussagen, was passiert. Die Entwicklung ist so individuell wie ein Mensch nur sein kann.

Ich denke, es ist so, daß derjenige, der Reiki erhält, mehr Leben hat, sein Lebenslicht, seine ureigenste Kraft wird verstärkt, der eigene innere Arzt wird geweckt. So ist die Heilung, die durch Reiki passiert, immer individuell auf den Schüler zugeschnitten. Reiki kommt nicht durch das Außen von dem Meister, sondern die innere Kraft wird geweckt. Es ist ein Weg nach Innen, zu sich selbst, ein Weg zu Heilwerden, zum Ganzwerden. Auf allen Ebenen.

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Jürgen Kindler

Veröffentlicht von

Jürgen Kindler, praktiziert seit 1985 Reiki und wurde 1989 von Phyllis Furumoto zum Reiki Meister eingeweiht. Von 1996-1998 war er Mitglied des Vorstandes der Reiki Alliance. Seit 1991 Herausgeber des Reiki-Meister-Rundbriefes, seit 1997 Herausgeber des Reiki Magazins. Im Zweitberuf ist er IT Consultant und Coach. Er lebt in Düsseldorf.

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