Wege der Ganzwerdung

3.4.2 Reikiforschung – Reiki I-Studien

Reiki WissenschaftWetzel (1989): Untersucht wurde der Einfluss von Reiki I-Einweihungen und -training auf den Hämoglobin- und Hämatokritspiegel der Teilnehmer eines Reiki I-Kurses. Die Teilnehmer (n = 48) zeigten nach dem Training (24 h nach der ersten Messung) hochsignifikante Messwerterhöhungen in beiden Parametern (Ergebnisrating: +2), während eine Kontrollgruppe (n = 10), die nicht an dem Training teilnahm und auch keiner sonstigen Intervention unterzogen wurde, keine Veränderungen aufwies. Keine Randomisierung, keine Verblindung und unzulängliche Kontrollgruppe -> Qualitätsrating: -2.

Brewitt, Vittetoe und Hartwell (1997): Bei der Quelle handelt es
sich um ein Abstract vom Umfang einer Seite. Untersucht wurden fünf
klinische Patienten, die im Laufe von neun Wochen jeweils elf
Reikibehandlungen erhielten. Erfasst wurden der Hautwiderstand sowie
die Geschwindigkeit der Hautreaktion an über 40 Punkten vor der ersten,
nach der dritten und nach der neunten Behandlung. Hierbei ergaben sich
für vier präpost- Differenzen Signifikanzwerte zwischen p = 0,01 und
0,003. Die Autoren schreiben: „Bonferonni [sic] statistical adjustments
for small sample size and repeated measures with a paired t test
indicated that SPI and NE2 max conductances and NE2 rise measurement
maintained statistical significance." Zieht man in Betracht, dass eine
α-Adjustierung nach der einfachen Bonferroni-Korrekturformel α´ = α / m
(Bortz, 1993, S. 249) bei m = 80 AV ein adjustiertes Signifikanzniveau
von α´ = 0,05 / 80 = 0,000625 ergibt, so erscheint fragwürdig, ob die
Ergebnisse wirklich als signifikant zu betrachten sind. Da sich der
Sachverhalt anhand der spärlichen zur Verfügung stehenden Informationen
schlecht klären lässt, soll das Ergebnis vorsichtig als 0
(widersprüchlich / unklar) kodiert werden. Qualitätsrating: -2 (nicht
kontrollierter prä-post-Vergleich).

Olson und Hansen (1997): Da der Artikel im deutschen Leihverkehr
nicht nachgewiesen ist, kann hier nur wiedergegeben werden, was Miles
& True (2003, S. 69) in einem kurzen Absatz berichten. Die Autoren
fanden in einem nicht kontrollierten prä-post- Design bei einer
Stichprobe von 20 chronischen Schmerzpatienten eine signifikante
Verringerung des subjektiven Schmerzempfindens nach einer einzelnen,
75-minütigen Reikibehandlung. Ergebnisrating: +1. Qualitätsrating: -2.

Dressen und Singg (1998) teilten 120 chronische Schmerzpatienten unterschiedlicher Genese randomisiert auf die vier Gruppen Reiki, Progressive Muskelentspannung (PME), keine Behandlung und Placebo-Reiki (die
Behandler legten die Hände auf, ohne selber eine Reiki-Einweihung
bekommen zu haben) auf (jeweils 10 Termine à 30 Minuten). Von den zwölf
AV aus den Bereichen Schmerz, sowie verschiedener psychologischer
Variablen wie Angst und Depression, wiesen Zehn als Ergebnis einer
Varianzanalyse signifikante bis hochsignifikante Haupteffekte für die
Reiki-Behandlungen im Vergleich zu allen drei Kontrollgruppen auf-> Ergebnisrating +2. Qualitätsrating: +1.

Wardell und Engebretson (2001) untersuchten in einem
unkontrollierten prä-post-Design an 23 gesunden VPn die Effekte einer
30-minütigen Reiki-Behandlung auf neun physiologische und biochemische
Entspannungs- bzw. Stressreduktionsparameter, sowie die Zustandsangst.
Drei der zehn AV wiesen signifikante Veränderungen auf (p = 0,03; 0,02
& 0,003). Maßnahmen zur α-Adjustierung wurden nicht ergriffen,
jedoch bleibt einer der Werte auch nach einfacher Bonferroni-Korrektur
(α´ = 0,05 / 10 = 0,005) signifikant, so dass insgesamt von einem
signifikant positivem
Ergebnis ausgegangen werden kann-> Ergebnisrating: +1. Angesichts
einer fehlenden Kontrollgruppe bei der Untersuchung von
Entspannungsparametern an 30 Minuten in Ruhe liegenden VPn kann dieses
Resultat inhaltlich jedoch leider nur als nichtssagend bezeichnet
werden. Qualitätsrating: -2.

Shiflett, Nayak, Bid, Miles und Agnostelli (2002) untersuchten
in einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie 50
subakute Schlaganfallpatienten unter den vier Bedingungen
Reikimeister-Behandlung (n = 10), Reikischüler I-Behandlung (n = 10),
Placebo-Behandlung (n = 10) und keine Behandlung („historische"
Kontrollgruppe, n = 20). Die Behandlungsgruppen erhielten jeweils
innerhalb von 2 ½ Wochen 10 Behandlungen à 30 Minuten. Gemessen wurden
die Auswirkungen der Behandlungen auf den Summenscore eines
Rehabilitations-Standardinventars sowie einer Depressionsskala.
In beiden Fällen wurden die Ergebnisse nicht signifikant. Bemerkenswert
an dieser Untersuchung ist die erfolgreiche Einführung von
Doppelblindbedingungen in eine Reiki I-Studie durch die Ausbildung von
Reikischülern im selben Kurs, von denen jedoch nur eine Hälfte unter
Blindbedingungen die Einweihung erhielt. Ein weiteres Ergebnis der
Studie war, dass die verblindeten Reiki-Praktizierenden nicht in der
Lage waren herauszufinden, zu welcher Gruppe sie gehörten.
Ergebnisrating: -1. Qualitätsrating: +2.

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