Jannell hat geschrieben:
Ich glaube wir müssen alle wieder lernen unsere ureigne Kraft in uns selbst anzuerkennen und nicht so erbarmungslos streng zu uns selbst zu sein. . . . .nicht TUN um Anderen zu gefallen, nicht um jeden Preis - aus Angst vor Not- unwürdige Arbeiten verrichten, unwürdige Arbeitsbedingungen aushalten, unwürdige Beziehungen führen . . . . . und das nur aus Angst, was danach kommt.
@Jannell,
prinzipell hast du Recht.
Allerdings fielen mir bei dem Begriff "unwürdige Arbeiten" seltsamerweise zuerst die Erdbeerpflücker ein, die wir aus Polen holen, weil Deutsche diese Arbeit nicht verrichten möchten.
Ich bin der Ansicht, dass "unwürdige Arbeiten" subjektiv sind. Es gibt Frauen, die sagen, sie bügeln gerne Wäsche! Ehrlich gesagt ... sie können alle gerne hier antraben und fleißig bügeln *grins*
Umgekehrt ist es so, dass ich gerne Unkraut jäte. Da sagen andere ... los komm her, mein Garten ist voll davon
Mit den "unwürdigen Arbeitsbedingungen" hast du Recht. Vor allem das Wort AUSHALTEN ist hier von Bedeutung. Wir glauben ständig, Situationen aushalten zu müssen, weil ... ja ... wer verlangt das eigentlich???
Letztendlich verlangen wir es selbst von uns.
Wie oft hört man Menschen den Satz sagen: Ich halte es nicht mehr aus.
Da bin ich dann geneigt zu antworten ... dann beende es einfach.
Kranke halten Schmerzen aus ... Arbeitnehmer halten Repressalien von Chefs aus ... in Beziehungen hält man den Partner aus ... man hält immer nur aus. Die Warnsignale, die der Körper sendet ... die uns sogar das Universum sendet (!) übersehen wir geflissentlich. Bis ... ja bis ... eines Tages es den großen Knall gibt. Wer glaubt, die Erkenntnis käme, der täuscht sich. Weil - dann gibt es die anderen Sätze ... Ich hatte einen Schicksalsschlag ... Ich bin ungerecht behandelt worden ... Die Politik ist Schuld ... die Gesellschaft ist Schuld usw.
Diesen von mir skizzierten Kreislauf erlebe ich täglich im Gespräch mit Menschen. Wenn sie über ihre Sorgen und Probleme sprechen.
Ich habe Menschen getroffen, die gefangen sind in ihrem eigenen Teufelskreis. Gelebtes Leben von 50 Jahren ... gefangen in sich selbst, ständig im dem Gefühl, nur ausgeliefert zu sein. Diese Menschen sind kaputt. Psychisch und Physisch. Dann kommt irgendwann ein Psychologe ... und in einem Fall fand ich das besonders krass ... der machte die Frau von sich abhängig. D. h. die Frau trifft keine Entscheidung, ohne den Psychologen zu fragen!
Alle diese Menschen haben eines gemeinsam: Sie sind sehr sehr liebe Menschen! Sie hegen nichtmal im Ansatz den Gedanken, sich vielleicht zur Wehr zu setzen ... das Stopp-Schild hinzustellen und das Wort NEIN zu sagen!
Wenn diese Menschen zu mir kommen, dann helfe ich ihnen auf eine sehr einfache Weise. Ich höre ihnen einfach nur zu! Sie sind von Gott und der Welt zugetextet worden ... haben alles mögliche an schlauen Weisheiten um die Ohren geknallt bekommen ... aber das wichtigste haben sie nie bekommen: ehrliche Hilfe die aus reiner Liebe entspringt.
Wenn dann so ein Mensch sich über Stunden alles von der Seele geredet hat ... dann wird er still ... ich kann ihm helfen, sich mit sich selbst zu verbinden. Und häufig ist es das erste mal im Leben, dass sie überhaupt so etwas wie eine Intuition wahrnehmen. Eine leise Stimme, die zu ihnen spricht.
Das - ist der Beginn heil zu werden.
Nachdenkliche Grüße
Mone