Wege der Ganzwerdung

3.3.1 Lebensenergetische Forschung – Wilhelm Reichs Orgon

Reiki WissenschaftBezug zum Thema: Wilhelm Reichs (1897 – 1957) Orgontheorie stellt eine der bekanntesten und komplexesten wissenschaftlichen Lebensenergiekonzeptionen dar. Für den Gegenstand dieser Arbeit besteht darüber hinaus konkrete Relevanz, da während der Experimente gezielt der von Reich (1997a) beschriebene Oranureffekt zur Steigerung der Reiki-Intensität eingesetzt wurde, und in der Planung der Studie z. T. auf orgonomische Konzepte zurückgegriffen wurde, wo von Reiki-Seite kein Modell zur Verfügung stand.

Zur Glaubwürdigkeit des Spätwerks Wilhelm Reichs: Als der
Verfasser sich 1997 erstmals mit den Schriften Wilhelm Reichs befasste,
konnte er die in der Sekundärliteratur beschriebenen Experimente und
Theorien des späten Reich nur mit einer Mischung aus Unglauben,
Erheiterung und Faszination zur Kenntnis nehmen. Im Laufe der folgenden
Jahre kam der Verfasser zu der persönlichen Überzeugung, dass man zwar
nicht jede Schlussfolgerung Reichs für bare Münze nehmen dürfe, dass
dieser als Person jedoch grundsätzlich glaubwürdig sei, auch wenn seine
späten Berichte mehr nach Science Fiction als nach Science klingen.
Hierzu ist anzumerken, dass Reich sich in seinen letzten Lebensjahren
in einer extremen Lebenssituation befand. Ab etwa 1950 erhöhte sich der
äußere Druck auf ihn durch eine mehrjährige Pressekampagne, die
Auswirkungen des Oranur-Experimentes, juristische Verfolgung und
letztendlich das Verbot und die Vernichtung seiner Gerätschaften und
Schriften in einem Maße, dass er allmählich paranoid-irrationale Züge
entwickelte. Dies macht sich auch in seinen Schriften bemerkbar, die
zunehmend gehetzter und unstrukturierter ausfallen, während
detaillierte Berichte, Belege und Überprüfungen in den Hintergrund
treten. Da jedoch die geschilderten Sachverhalte und Ergebnisse von
sämtlichen Mitarbeitern Reichs bestätigt wurden und überwiegend auch
replizierbar sind (siehe z. B. Harrer, 22.4.2003), sollen die Fehler
und Schwächen Reichs später Berichterstattung in Kauf genommen werden.
Die Interpretation seiner Ergebnisse ist eine andere Frage.

Geschichtliches: Wilhelm Reich war Arzt und Psychoanalytiker im
engeren Kreise um Freud. Gegen Ende der 20er Jahre des vorigen
Jahrhunderts wandte er sich zunehmend körperlichen Prozessen zu und
entwickelte mit der Vegotherapie eine der ersten
Körpertherapieformen (Reich, 1987, S. 226 ff.). Aufgrund abweichender
Meinungen in fachlichen und politischen Fragen wurde Reich 1934 aus der
Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen.

Im Jahre 1939 stieß er bei Experimenten zu den physiologischen
Grundlagen von Lust und Angst zufällig auf biophysikalische Phänomene,
die ihn nach umfassenden Untersuchungen zu der Überzeugung kommen
ließen, eine neue Energieform entdeckt zu haben, die er als Lebens- und
Sexualenergie interpretierte (Reich, 1997c, S. 101 ff.). Den Rest
seines Lebens widmete er der Erforschung dieser von ihm Orgon genannten
Energieform. 1954 strengte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA mit
fragwürdigen Vorgehensweisen ein Gerichtsverfahren gegen Reich an, mit
dem Ergebnis, dass seine Orgonakkumulatoren und fast sämtliche
Schriften verboten und vernichtet wurden (es handelte sich um die
größte Bücherverbrennung der amerikanischen Nachkriegsgeschichte).
Reich setzte sich über die Verfügung hinweg, wurde wegen Missachtung
des Gerichtes zu zwei Jahren Haft verurteilt und starb 1957 im
Gefängnis (Greenfield, 1995).

Eigenschaften: Laut Reich stellt Orgon eine universelle, überall
vorhandene, alles durchdringende und durch nichts vollständig
abschirmbare Energieform dar, die Leben überhaupt erst ermögliche und
seine Gesetzmäßigkeiten bestimme. Sie soll nach dem Prinzip der von
Reich bereits 1937 aufgestellten Spannungs-Ladungs-Formel (Reich, 1987,
S. 204 ff) pulsieren und eine hohe Affinität zu organischen
Materialien, Wasser und vor allem zu Lebewesen aufweisen, wobei hohe
Orgonladungen bis zu einer gewissen Sättigung weitere Orgonenergie
anziehen sollen. Orgon stelle jedoch nur eine, die frei fließende, sanfte, lebensfördernde, „gesunde" Zustandsform der Lebensenergie dar.

Einen anderen Zustand bezeichnet Reich als Oranur (abgeleitet
von „Orgone Against Nuclear Radiation"). Diese stelle einen stark
angeregten, „aufgepeitschten", überladenen Zustand dar. Schließlich
gebe es noch DOR (Deadly Orgone) – die erstarrte,
blockierte, „erstorbene" bzw. „lebensfeindliche" Zustandsform (Reich,
1997a, S.165 ff). Diese drei Zustände der Lebensenergie sollen
grundsätzlich ineinander überführbar sein.

Forschungsbereiche und Anwendungsgebiete: Reich machte bei der
Erforschung des Orgons auf verschiedenen Komplexitäts- und
Organisationsebenen Beobachtungen, führte Experimente durch und zog
Schlüsse, angefangen vom physikalischen, chemischen und biologischen
Bereich, über die Physiologie, Medizin, Psychologie, Soziologie,
Politik bis hin zur Meteorologie und Kosmologie. Hierbei stieß er stets
auf die gleichen Gesetzmäßigkeiten und Mechanismen, bzw. postulierte
diese, wofür ihm häufig überzogenes Analogiedenken vorgeworfen wird.
Reich forschte und praktizierte zeitlebens als Arzt und Therapeut. Auf
die Orgonenergie stieß er 1939 bei Experimenten mit den von ihm
entdeckten und benannten Bionen (mikroskopische Bläschen, an
denen er bis dato unbekannte Strahlungs- und Energiephänomene
beobachtete, Reich, 1997c, S. 37 ff.). Als er die Eigenschaften der von
den Bionen ausgehenden Strahlung näher untersuchte, stellte er fest,
dass sie starke Wirkungen auf lebendes Gewebe haben, u. a. auch, dass
Krebszellen durch sie zersetzt werden.

Er begann mit Krebsmäusen zu experimentieren, denen er Bione
injizierte. Um besser mit der neu entdeckten Energieform arbeiten zu
können, entwickelte er alsbald Orgonakkumulatoren
– Kästen, die allein durch eine spezifische Anordnung von organischen
Materialien und Metall in der Lage sein sollen, Orgonenergie aus der
Atmosphäre aufzunehmen und zu konzentrieren (Reich, 1997c, S. 127 ff.).
Auch im lebenden Organismus sprachen die Karzinome auf Bioninjektionen
bzw. Behandlungen mit dem Orgonakkumulator gut an, so dass Reich
Krebsgeschwüre in hunderten von Tierversuchen (Reich, 1997c) sowie bei
etlichen Patienten nachweisbar verkleinern und in einigen Fällen sogar
vollständig zum Verschwinden bringen konnte (Reich, 1997c, S. 336).

Diverse andere Symptome sprachen ebenfalls positiv auf Behandlung
mit dem Orgonakkumulator an (Reich, 1997c). Eine interessante
Beobachtung, die Reich hierbei machte war, dass Patienten bei
konsequenter Orgonbehandlung parallel zur Rückbildung der körperlichen
Symptome in psychische Krisen gerieten, wie sie für den Verlauf
aufdeckender Psychotherapien typisch waren (Reich, 1997c). Aufgrund
dieser Beobachtungen entwickelte er im Rahmen eines, wie man heute
sagen würde, bio-psycho-sozialen Krankheitsmodells den Begriff der Biopathie,
worunter er biologisch-lebensenergetische Grundstörungen verstand, bei
denen natürliche Pulsationsvorgänge des autonomen Lebensapparates
beeinträchtigt sind. Hierdurch soll es zu energetischen
Unterversorgungen und/oder Stauungen kommen, aus denen sich wiederum
die ganze Vielfalt bekannter medizinischer und psychischer Störungen
ergeben kann. Die Biopathie lässt sich hierbei als disponierender
energetisch-somatischer Untergrund verstehen, aus dem sich spezifische
Symptome manifestieren können, jedoch nicht manifestieren müssen
(Reich, 1997c, S. 167 ff.). Für die Behandlung der Biopathien
entwickelte Reich die Orgontherapie, bei der das energetische Niveau
des Patienten durch Behandlungen mit dem Orgonakkumulator angehoben
wird, Blockaden mit vegotherapeutischen Techniken beseitigt und die
Hintergründe im tiefenpsychologischen Gespräch aufgearbeitet werden.

Oranur: Im Dezember 1950 begann Reich, in einer Reihe von
Experimenten mit Radium zu arbeiten, in der Hoffnung, die
lebenstoxische radioaktive Strahlung mit seiner Lebensenergie
neutralisieren zu können. Bei Versuchsmäusen zeigten die
Orgonbehandlungen auch die gewünschten Resultate. Als er dann jedoch am
5.1.1951 1 mg Radium in einen sehr starken Orgonakkumulator verbrachte,
trat ein unerwarteter Effekt ein: die einige Stunden später gemessene
Radioaktivität lag deutlich über den Ausgangswerten, die Luft im Labor
soll stickig und heiß gewesen sein, ohne dass Lüften eine Verbesserung
herbeigeführt hätte, und die Wände sollen sich noch in ~4 m Entfernung
„glühend" angefühlt haben. In den folgenden sechs Tagen wurde das
Experiment täglich für eine Stunde wiederholt.

Nachdem das Radium am siebten Tag in den Orgonakkumulator verbracht
worden war, soll aus 30 bis 75 m Entfernung zu erkennen gewesen sein,
dass die Atmosphäre im Labor „wolkig" wurde, in sichtlicher Bewegung
gewesen sei und blau bis purpurn geleuchtet habe. Der Versuch wurde
nach einer halben Stunde abgebrochen. Reich und seine 20-köpfige Crew
erlitten einen vegetativen Schock, während rund 20 % aller
Versuchsmäuse starben (dies galt auch für die in 30 m Entfernung vom
Labor untergebrachten Mäuse). Die Mäuse wiesen bei der Sektion neben
diversen anderen Symptomen eine starke Dehydrierung auf. Reich
schlussfolgerte nach weiteren, deutlich vorsichtigeren Experimenten,
dass die Lebensenergie durch Kombination mit lebenstoxischen Reizen
zuerst angeregt und in ihrer Wirkung potenziert werde, dabei aber auch
eine zunehmend „aggressive" Komponente bekomme. Er nannte diesen Effekt
Oranur. Wird der Oranur-Zustand über längere Zeit beibehalten, bzw. in
seiner Intensität weiter gesteigert, so kippe er irgendwann, und gehe
in den erstarrten, selber lebenstoxisch wirkenden DOR-Zustand über
(Gesamter Oranur-Abschnitt bis hierhin aus Reich, 1997a).

Als die wirkungsvollsten Mittel gegen Oranur und DOR stellten sich,
wie bei orgonotischen Überladungen, Frischluft, Wasser und orgastische
Entladung heraus (Reich, 1997d, S. 34). Da die energetische Belastung
des Versuchsgeländes über das Oranur- Experiment hinaus anhielt und
angeblich ab 1952 häufig schwere, dunkle Wolken über dem Gelände
festhingen, entwickelte Reich einen so genannten Cloudbuster, der es ihm ermöglicht haben soll, diese DOR-Wolken aufzulösen
und die Atmosphäre energetisch zu reinigen. Technisch gesehen besteht
der Cloudbuster schlicht aus einigen langen, über Metallschläuche mit
Wasser (Fluss oder See) verbundenen Eisenrohren, wobei die Rohre die
Energie (in diesem Falle DOR und Oranur) ansaugen, das Wasser sie
aufnehmen soll (Reich, 1997d). Mit dem Cloudbuster, der angeblich einen
Wirkungskreis von mehreren hundert Kilometern haben soll, ging Reich in
den folgenden Jahren dazu über, Dürren zu bekämpfen – nach seinen
Angaben mit gutem Erfolg (Reich, 1997b; Reich, 1997d). Eine kleine
Version des Cloudbusters, der so genannte Medical DOR-Buster,
diente ihm im medizinisch-therapeutischen Bereich dazu, energetische
Überladungen abzusaugen und Blockaden zu lösen. Ferner war Reich
alsbald in der Lage, die vorsichtig dosierte Oranur-Wirkung gezielt zur
Verstärkung orgonenergetischer Effekte einzusetzen (Reich, 1997a;
Reich, 1997b).

Internetrecherche zum aktuellen Forschungsstand: Aufgrund der
Vielseitigkeit und Komplexität der Reichschen Forschungsaktivitäten ist
es schwierig, sie im Ganzen überprüfen und beurteilen zu wollen. Um
einen Eindruck des empirischen Forschungsstandes der Orgonomie von
medizinisch-psychologischer Warte zu bekommen, seien zuerst die
Ergebnisse einer Internetrecherche in den Datenbanken Medline, PSYNDEX und PsycINFO vom 22.4.2003 (alle Datensätze & breiteste Suchkategorien) wiedergegeben.

Bei Medline ergaben sich zum Suchbegriff orgon fünf, zu orgone vier Treffer; es fanden sich hierunter jedoch keine experimentellen Arbeiten. Zu Wilhelm Reich fanden sich 18 Einträge, von denen sich keiner auf die Orgonomie bezog. Oranur ergab keinen Treffer. Bei PSYNDEX ergaben sich zum Suchbegriff orgon 8
Treffer. Die einzige experimentelle Arbeit hierunter war eine am
Fachbereich Psychologie in Marburg von Gebauer und Müschenich (1987)
als Diplomarbeit durchgeführte kontrollierte Doppelblindstudie zur
Körperkerntemperaturerhöhung, Hauttemperaturerhöhung und
Pulsfrequenzveränderung im Orgonakkumulator. Unter orgone fanden sich 5 Treffer ohne weitere Relevanz, zu Wilhelm Reich 87
Treffer, unter denen die erwähnte Arbeit von Gebauer und Müschenich
wieder die einzige experimentelle Studie zum Thema Orgon darstellte. Zu
oranur keine Einträge. Bei PsycINFO ergaben sich zu orgon 0 Treffer, zu orgone 24 Treffer ohne neue Ergebnisse. Bei Google (einfache "Google Suche" in "Das Web") fanden sich am selben Tag zu orgon 26.900 Treffer, zu Orgone 19.500 Treffer, zu Oranur 985 und zu Wilhelm Reich 218.000 Treffer.

Manuelle Recherchen zum aktuellen Forschungsstand: Als
ergiebiger stellte sich die manuelle Suche auf den bekanntesten
Homepages sowie in diversen Büchern von und über Reich heraus. Die wohl
umfassendste Überprüfung der biophysikalischen Theorien Reichs wurde
von Harrer (22.4.2003) in den Jahren 1991-1994 an der FU Berlin
durchgeführt. Harrer konnte hierbei die von Reich beschriebenen Effekte
und Phänomene zwar grundsätzlich replizieren, führt sie jedoch durchweg
auf Mängel in der Messtechnik und Fehlinterpretationen Reichs zurück.
DeMeo, der derzeit wohl aktivste orgonomische Forscher, soll Harrers
Ergebnissen laut Bernd Senf (persönliche Mitteilung, Mai 2001) mit
umfassender Methodenkritik begegnet sein, auf die dieser jedoch nicht
reagiert habe. Details seiner Versuchsaufbauten und Experimente hat
Harrer bislangnicht veröffentlicht.

Die umfangreichste dem Verfasser bekannt gewordenen Übersicht über
experimentelle Forschungen zum Orgonakkumulator gibt Müschenich (1997).
Müschenich berichtet für 15 Untersuchungen zum Temperaturunterschied
zwischen Orgonakkumulator und Umgebung überwiegend positive Ergebnisse,
wobei viele der Untersuchungen mangelhafte Kontrollen aufweisen und
kaum statistische Auswertungen vorgenommen wurden (Details entnommen
aus Gebauer & Müschenich, 1986). Methodisch anspruchsvoller sind
vier Studien zu physiologischen Messgrößen beim Menschen im
Orgonakkumulator. Hierzu zählt auch die genannte Studie von Gebauer und
Müschenich.

Die Studien weisen alle vier signifikant positive Resultate auf.
Müschenich zählt sieben weitere Untersuchungen zu sonstigen
physikalischen Messgrößen sowie fünf Experimente mit Pflanzen und dem
Orgonakkumulator auf, die Ergebnisse überwiegend positiv. Auch hier
sind statistische Kennwerte nur z. T. angegeben, wobei die
Originalliteratur, wie gesagt, nicht gesichtet wurde. Lassek (1997b)
gibt einen Überblick über die erfolgreiche Replikation der Reichschen
Bionexperimente durch die Arbeitsgruppe „Blutdiagnostik und
Bionforschung" in den Jahren 1980-1984, nennt hierbei jedoch kaum
Details der Versuchsdurchführungen und -verläufe. Palm und Döring
(1997) geben detailliertere Versuchsbeschreibungen ihrer teilweise
erfolgreichen Experimente zur Herstellung von Seesand-Bionen.

Der Oranureffekt ist nach Kenntnis des Verfassers nach Reich nie
experimentell überprüft worden, Harrer (22.4.2003) äußert sich jedoch
theoretisch hierzu. Er geht davon aus, dass zumindest die gemessene
hohe Radioaktivität auf Messfehler Reichs zurückgeht. Bechmann (1995,
S. 78 ff) gibt eine tabellarische Übersicht über 68 Cloudbusting-Operationen
von 10 verschiedenen Operatoren zwischen 1952 und 1995, welche
überwiegend zur Durchbrechung von Dürreperioden durchgeführt wurden.
Eine statistische Signifikanzberechnung wird jedoch nur für zwei dieser
Operationen erwähnt (p = 0,12 und p < 0,01).

Über die erfolgreiche Behandlung von Krebserkrankungen bis hin zur
vollständigen Rückbildung von Geschwüren im Tierversuch im
humanmedizinischen Bereich gibt neben Reich (1997c) Müschenich (1997)
Auskunft. Müschenich zählt 5 kontrollierte Studien mit Krebsmäusen und
statistisch signifikanten Ergebnissen auf sowie 4 Berichte über
zumindest teilweise erfolgreiche Behandlungen von Krebserkrankungen
beim Menschen. Die umfangreichste dieser Behandlungsübersichten stammt
von Lassek (1997a), der 17 austherapierten Krebspatienten durch
Behandlungen mit dem Orgonakkumulator zu weitgehender Schmerzfreiheit
verhelfen sowie deren Lebensqualität und Lebenserwartung deutlich
steigern konnte. Den tödlichen Verlauf der Krankheit vermochte er
jedoch in keinem Falle abzuwenden. Des Weiteren zählt Müschenich
Berichte von 14 verschiedenen Autoren über sonstige erfolgreiche
Anwendungen des Orgonakkumulator im Humanmedizinischen Bereich auf.

Zusammenfassung: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Reich
ein umfangreiches, komplexes und kohärentes Theoriensystem entwickelt
hat, das sich im Sinne Kuhns (1999) durchaus als eigenständiges
Paradigma bezeichnen lässt. Nicht zuletzt aus diesem Grunde stellt die
Orgonomie jedoch eine Inselwissenschaft dar, die relativ isoliert vor
allem in ihren eigenen Journalen publiziert und wenig Bemühen um
Kontakt zu und Anerkennung durch die etablierten Wissenschaften zeigt.
Wo Ergebnisse publiziert werden, handelt es sich bis heute überwiegend
um anekdotische Berichte oder wenig detaillierte Forschungsberichte
über meist unkontrollierte und nur in wenigen Fällen statistisch
ausgewertete Studien. Die fundierteste, dem Verfasser bekannt gewordene
Kritik an den Reichschen Forschungen und Theorien stammt von Harrer
(22.4.2003), der viele der von Reich gefundenen Effekte plausibel im
Rahmen herrschender Paradigmata erklären kann, doch auch hier fehlen
wieder die für eine Überprüfung seiner Aussagen notwendigen Details.
Die Orgonomie stellt sich damit nach wie vor als ein interessanter
Ansatz dar, der mit vielen Hinweisen für die Richtigkeit seiner
Aussagen bzw. die Wirksamkeit verschiedener Interventionen aufwarten
kann, dessen wissenschaftliche Absicherung durch experimentelle Studien
jedoch bis heute aussteht.

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Die Wahrnehmungen und Demonstrationen von W.R. kann ich nur bestätigen. Lebensfördernde Atmosphäre hat schon Vitruvius, Erbauer der Viadukte, zum Thema Wassergüte, im römischen Reich postuliert.

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